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Sichtbare und hörbare Spielfreude

Uhr | Aktualisiert 01.01.2010 21:02 Uhr
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Salonorchester

Das Salonorchester und die Solisten wussten mit dem Programm dem Publikum zu gefallen. (FOTO: JÜRGEN LUKASCHEK)

Von
Auswärtige, die am letzten Nachmittag des Jahres 2009 ihren Platz im ausverkauften Zuschauerraum der Landesbühne Sachsen-Anhalt in Eisleben anlässlich des traditionellen Silvesterkonzertes einnehmen wollten, brauchten schon viel Liebe zur Musik und Mut zum winterlichen Autofahren.
EISLEBEN/MZ. 

Denn was da stundenlang als weiße Pracht vom Himmel fiel, bremste jede Silvesterfahrt.

Doch das nahe und ferne Publikum der Landesbühne scheint dem Hause treu ergeben und nimmt das Stapfen durch den Schnee ebenso gelassen hin wie einen Programmzettel, der nicht der Richtige ist. Wenn das geschriebene Programm nicht stimmt, das Gesungene und Gespielte aber trotzdem begeistert, warum sollte Mensch sich dann aufregen? Dachte sich das Publikum und genoss ein swingendes Neues Salonorchester Leipzig sowie die Solisten Kathrin Frey (Sopran) und Daniel Ochoa (Bariton).

Moderiert wurde das Konzert bekannter Film-, Operetten- und Musicalmelodien von Stefan Ebeling. Mit seiner überzeugenden Stimme und seinem freundlichen Wesen hatte Solist Daniel Ochoa schon längst die Sympathien des Publikums für sich erobert, als noch ein "Heimvorteil" bekannt wurde: Daniel Ochoa ist geborener Sangerhäuser.

Zur Überraschung des Publikums bekannte sich der Künstler: "Man sieht mir den Sangerhäuser zwar nicht an, aber ich bin dort geboren. Machte meine ersten musikalischen Schritte mit dem Chantus-Chor unter Leitung von Manfred Kieling. Dem ich dafür herzlich danke, er ist heute Abend hier."

Beide, Sänger und Chorleiter, hatten sich erst kürzlich über die gemeinsame Liebe zur Musik wiedergefunden. Und darin wiedererkannt. In Liedern wie "As time goes by" ist der Sänger mit sich und der Musik eins. In der Arie "Bess, you is my life" aus der von George Gershwin komponierten Oper "Porgy and Bess" geben sich Daniel Ochoa und Sopranistin Kathrin Frey eine berührende musikalische Liebeserklärung.

Immer souverän getragen von dem Neuen Salonorchester Leipzig unter Leitung von Sebastian Ude. Auf der Bühne sitzen mit jedem Mitglied des Orchesters jahrelange Spielerfahrung und Spielfreude. Sicht- und hörbar.

Da ist Raum für die Violine von Sebastian Ude mit Vittorio Montis temperamentvollen "Czardasz", die Piccoloflöte von Anett Müller in Joseph Rixners "Spanischer Marsch" und für das musikalisch berührende Erscheinen des "Schwans" aus "Karneval der Tiere" von Camille Saint Saens.

Darin verzaubert Wolfram Stephan mit seinem Violinchello die Bühne: Für den, der hören, fühlen und sehen kann, wird aus dem weißen Bühnenvorhang der Flügelschlag eines Schwans; scheint sich die Schwere des alten Jahres zu erheben und dahin zu gleiten, um sich über einem See voller musikalischer Harmonie aufzulösen.

Mag es am turbulenten Programmwechsel gelegen haben, dass Moderator Stephan Ebelin sich im zweiten Teil des Programms sympathisch steigerte. Seine Anspielung auf das reifere Alter des Publikums sollte weniger Selbigem, als vielmehr der Kulturpolitik zu denken geben.

So könnte sein finaler Neujahrswunsch - an das Publikum gerichtet - sinnbildlicher nicht sein für die regionale und überregionale Kulturwelt: "Achten Sie auf das, was Ihr Glück befördert."

Mit einem herzlichem, anhaltenden Applaus für alle Künstler dieses Silvesterkonzertes demonstrierte das Publikum einhellig, dass Kultur, dass dieses Theater zum Glück dazugehören.

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