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Mitteldeutsche Zeitung | Sanierung des Annenklosters in Eislebn: Hoffen auf Förderung
11. February 2016
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Sanierung des Annenklosters in Eislebn: Hoffen auf Förderung

Eine Archiv-Aufnahme des Ensembles Annenkirche/Annenkloster.

Eine Archiv-Aufnahme des Ensembles Annenkirche/Annenkloster.

Foto:

Klaus Winterfeld

Eisleben -

Die Luft ist staubig. Alte Holzbalken an Wänden und Decken sind freigelegt. Durch einige Ritzen der Dielung im Dachgeschoss schimmert Licht der darunterliegenden Etage. In den dortigen Räumen ist teilweise Putz von den Wänden entfernt worden. „Sieben, acht Schichten waren da manchmal drauf, mit verschiedenen Inschriften und Farbfassungen“, sagt Jörg Kowalski, leitender Architekt für das Bauprojekt im Annenkloster in der Lutherstadt Eisleben. Die Sanierung des ersten Obergeschosses gehört unter anderem zum dritten Bauabschnitt, der noch realisiert werden soll, damit bis zum Reformationsjubiläum im nächsten Jahr die Bauarbeiten abgeschlossen werden können.

Sorge wegen der Finanzierung

Dass demnächst mit dem dritten Abschnitt begonnen werden kann, darauf hoffen Pfarrer Christoph Hellmich und der Gemeindekirchenrat St. Annen. Ein bisschen Sorgen bereitet die Finanzierung, die noch nicht hundertprozentig gesichert ist, wie Hellmich sagt. Rund 600 000 Euro werden für den dritten Bauabschnitt veranschlagt, wobei 300 000 Euro Fördermittel unverbildlich vom Land Sachsen-Anhalt zugesagt seien. „Für die 190 000 Euro vom Bund gibt es noch keine Zusage“, so Architekt Kowalski. Für Drittmittel liege eine Zusage vor. Ein Eigenanteil kommt von der Evangelischen Kirche.

Geplant ist dann, die Treppe hinauf ins Dachgeschoss, zu den original aus der Lutherzeit erhaltenen Mönchszellen, die bisher nicht für Touristen zugänglich gewesen sind, instand zu setzen. Im ersten Obergeschoss, wo Martin Luther als Distriktsvikar des Augustiner-Eremiten-Ordens bei seinen Aufenthalten im Kloster übernachtet haben dürfte, sollen laut Kowalski Flur und Empfangsraum saniert und hergerichtet werden. Zudem gehören die Sanierung und Gestaltung der Fassade, die sich Richtung Stadt richtet, zum dritten Abschnitt.

Zweiter Bauabschnitt noch im Gange

Derzeit sind die Arbeiten des zweiten Bauabschnittes noch im Gange. Dass diese im März beendet werden, damit rechnen Hellmich und Architekt Kowalski. Derzeit wird im Hof des Klosters noch gearbeitet. Rund um das neue Sanitärgebäude, das entstanden ist, soll gepflastert werden. Das gleiche Pflaster wie der Hof soll auch das Dach des Sanitärtraktes bekommen, das begehbar sein wird. Zudem wird die Fassade des Klosters, die in den Hof zeigt, derzeit ausgemauert.

Im ersten Bauabschnitt ist der Rinckart-Saal im Erdgeschoss saniert und neugestaltet worden. Dabei sind die bisher zugemauerten Arkaden zum Hof geöffnet worden. Die alten Fenster zur Stadt hin mussten hingegen zugemauert werden, da der Fußboden im Saal abgesenkt worden ist - was dem Originalzustand entspricht. Der Saal wird künftig für Gottesdienste und Veranstaltungen genutzt.

Etwa für eine Veranstaltung, wie die gestrige. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) war erstmals im Ensemble Annenkloster/Annenkirche zu Besuch. Er bekam einen Überblick zum Fortgang der Baumaßnahmen und zeigte sich sehr interessiert an der Geschichte von Kloster und Kirche. „Ich muss sagen, das ist ein Kleinod hier. Vieles ist noch authentisch. Darauf können sie stolz sein“, meinte der Ministerpräsident zu anwesenden Vertretern der Kirchengemeinde und der Stadt. (mz)


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