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Sachsen-Anhalt: Rettungsdienste brauchen Krankenwagen für Schwergewichte

Uhr | Aktualisiert 10.12.2012 21:15 Uhr

Krankenwagen-Premiere in Eisleben: breiter, länger und vor allem belastbarer (FOTO: JÜRGEN LUKASCHEK)

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Rettungskräfte in Sachsen-Anhalt stehen immer häufiger vor einem Problem, das sie kaum noch stemmen können: adipöse, also extrem übergewichtige Patienten.
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Halle (Saale)/MZ. 

Nicht selten bringen diese Männer und Frauen mehr als 200 Kilogramm auf die Waage. Herkömmliche Transport- und Medizintechnik ist damit hoffnungslos überlastet. Mitunter erfolgt die Bergung deshalb improvisiert - mit Hilfe von Drehleitern und Mobilkranen. Wenn es gar nicht anders geht, erreicht der Kranke auf einer Lkw-Ladefläche die Klinik.

Speziell hergerichtete Tragen und Fahrzeuge sind für eine gute Betreuung der Kranken erforderlich, aber längst nicht überall verfügbar. Zuständig dafür sind die Landkreise. Nach Auskunft des Magdeburger Innenministeriums steht man aber noch ziemlich am Anfang. Bisher seien nur vereinzelt solche Schwerlast-Krankentransporter angeschafft worden. Besonders teuer seien Fahrzeuge, die über eine hydraulische Ladebordwand verfügen. Fördermittel gibt es nach den Worten von Pressesprecherin Anke Reppin allerdings nicht. Dennoch, seit Montag gibt es so einen XXL-Wagen in Eisleben (Mansfeld-Südharz). Die Kosten für den Umbau trägt der Landkreis - 26 000 Euro. Laut Rettungsdienst ist es erst das achte Fahrzeug für derartige Zwecke im ganzen Land. Dessau-Rosslau plant eine solche Anschaffung.

Der Bedarf ist offenkundig immens. Denn in keinem anderen Bundesland ist der Anteil beleibter Menschen höher. Nach einer Studie des Statistischen Landesamtes sind in Sachsen-Anhalt nahezu zwei Drittel der männlichen Bevölkerung übergewichtig oder sogar krankhaft fettsüchtig. Damit liegt das Land fünf Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Kaum anders sieht es bei den Frauen aus: Jede zweite von ihnen trägt so schwer, dass Mediziner von einem deutlich erhöhten Risiko für die Gesundheit ausgehen. In dieser Sparte liegt Sachsen-Anhalt acht Prozent über dem gesamtdeutschen Schnitt. Christiane Riedel von der AOK Sachsen-Anhalt bestätigt: "Die Anzahl der adipösen Patienten, die mit einem Schwerlast-Rettungswagen transportiert werden müssen, wächst." Das setzt freilich immer erhebliche Investitionen voraus, die letztlich auch auf die Gebühren des Rettungsdienstes durchschlagen.

In Halle verfügt die Feuerwehr bereits seit 2008 über einen Rettungswagen, wo der schwergewichtige Patient auf einer Spezialtrage über eine Auffahrrampe und mit Hilfe einer Seilwinde bugsiert werden kann. 240 Einsätze im Jahr sind nicht ungewöhnlich, so die Auskunft der Stadt.

Allein das Universitäts-Klinikum in Halle-Kröllwitz behandelt pro Jahr weit mehr als 2 000 Patienten mit Adipositas-Beschwerden. In der Zentralen Notaufnahme steht eine Behandlungsliege für eine Belastung von 230 Kilogramm. Klinik-Sprecher Jens Müller: "Es gibt sogar einen Operationstisch, der für eine Traglast von 360 Kilogramm ausgelegt ist."

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