Vorlesen

Neujahrsempfang: Stadtrat übt heftige Kritik an Minister

23.01.2013 18:53 Uhr | Aktualisiert 23.01.2013 19:14 Uhr
H. Strohschein (FOTO: MZ) 
Von wolfram bahn
Der Auftritt von Finanzminister Jens Bullerjahn beim Neujahrsempfang im Eisleber Rathaus ist auf Kritik gestoßen. Insbesondere seine Bemerkung "Wann wird hier eigentlich gearbeitet?" sorgt für Gesprächsstoff.
Drucken per Mail
eisleben/MZ. 

Der Auftritt von Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) beim Neujahrsempfang im Eisleber Rathaus ist auf Kritik gestoßen. Insbesondere seine Bemerkung "Wann wird hier eigentlich gearbeitet?" sorgt für Gesprächsstoff. Bullerjahn hatte mit dieser Frage auf die Ausführungen von Oberbürgermeisterin Jutta Fischer (SPD) reagiert. Sie hatte in einem einstündigen Lichtbildervortrag das Jahr 2012 Revue passieren lassen und dabei auch an die zahlreichen Feste erinnert.

Der langjährige Stadtrat Harry Strohschein (Die Linke) bezeichnet Bullerjahns Rede als Vertreter des Landesregierung als "Hammer". Solch einen beschämenden Auftritt eines Ministers habe er noch nicht erlebt. In einem Leserbrief an die MZ schreibt er weiter: "Arrogant, überheblich, dafür aber jegliche Konzeption vermissen lassend, brachte er seinen Unmut über - ja wen eigentlich - die Stadtverwaltung, den Stadtrat, die anwesenden Unternehmer, Sponsoren, Vertreter der Vereine und Verbände, der Parteien und Organisationen oder die Bürger zum Ausdruck."

Er habe eigentlich erwartet, dass Bullerjahn sich konkreter dazu äußert, wie er die vor der OB-Wahl versprochene finanzielle Unterstützung für die Lutherstadt verwirklichen wolle. "Außer den bekannten Sparaufrufen kam nichts", so Strohschein. Er mutmaßt, dass es sich bei der Zusage nur um eine Wahlunterstützung für die Kandidatin der SPD gehandelt habe.