Das Problem dabei: Die Mittelspannungsleitungen (20 Kilovolt), die den Strom von den Umspannwerken zu den Trafo-Stationen in der Region leiten, liegen unter der Erde. Weil diese Kabel also nicht - so wie die Hochspannungsfreileitungen - mit bloßem Auge auf Fehler untersucht werden können, setzt Mitnetz seit kurzem Messtechnik für die so genannte Kabeldiagnose ein. Zwei entsprechend ausgerüstete Fahrzeuge seien mittlerweile im Netzgebiet unterwegs, so Gurski, ein drittes soll in diesem Jahr dazu kommen.
"Wir konzentrieren uns auf die Mittelspannungsleitungen, weil dort immer gleich mehrere tausend Kunden betroffen sind, wenn es einen Ausfall gibt", so der Fachmann. Gestern war das Messfahrzeug mit Messtechniker Ralf Mörtl und Schaltmonteur Christian Pläschke in Hergisdorf im Einsatz, an der Trafo-Station in der Eislebener Straße. Bei der etwa einstündigen Messung werden der Alterungszustand und die Feuchtigkeit im Kabel bestimmt sowie Schwachstellen gesucht. Diese können auf den Meter genau lokalisiert und dann repariert werden. Häufige Ursachen seien Beschädigungen bei Baumaßnahmen, Material- oder Montagefehler sowie Witterungseinflüsse, so Gurski. In Hergisdorf fanden die Messtechniker gestern aber keine problematischen Stellen. "Alles in Ordnung", sagte Gurski. Die Kunden merken von der Messung übrigens nichts. Ziel der Kabeldiagnose sei nicht nur die Suche nach Fehlern, so der Fachreferent. Die genaue Analyse des Zustands der Leitungen sei auch für die Investitionsplanung nützlich.
Wo die Kabeldiagnose eingesetzt wird, wird nach einer Prioritätenliste entschieden. "Das hängt unter anderem vom Alter der Leitungen ab und davon, wie viele Kunden von einem Ausfall betroffen wären", so Gurski. Denn bei einer Netzlänge von insgesamt rund 77 000 Kilometern könnten nicht alle Leitungen gemessen werden.