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Mansfeld-Südharz: Verband will Fischereirecht für Süßen See

Uhr | Aktualisiert 11.09.2012 21:14 Uhr
Ein neugegründeter Interessenverband möchte aus dem Süßen See ein Anglerparadies machen. (ARCHIVFOTO: MZ) 
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Geht es nach dem Willen einer Interessengemeinschaft von Anglern und Anliegern, soll der Süße See ein Angelparadies werden. Der Verband will das Fischereirecht für den See vom Land übertragen bekommen. Das Problem an der Sache: Der Pächter des Sees ist bisher der Berufsfischer Ulrich Kulawik und der will es auch bleiben.
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seeburg/MZ. 

Quo vadis Süßer See? Geht es nach dem Willen einer Interessengemeinschaft von Anglern und Anliegern, soll das größte Gewässer im Mansfelder Land ein Angelparadies werden. "Die Region hat unheimlich viel Potenzial, das aber derzeit brach liegt", so Frank Gabriel, der Vorsitzende des neugegründeten Verbandes für Angeln und Naturschutz am Süßen See und Umgebung. Der Verband will aus diesem Grund das Fischereirecht für den See vom Land übertragen bekommen. Crux an der Sache: Der Pächter des Sees ist bisher der Berufsfischer Ulrich Kulawik und der will es auch bleiben.

Um diesen Konflikt zu entschärfen, hat das Landwirtschaftsministerium in Magdeburg am Mittwoch zu einem Schlichtungstermin eingeladen. "Wir hoffen, dass sich die Vernunft durchsetzt", so Burkhard Henning, der Direktor des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, der die Fischereirechte am See vergibt.

Aus seiner Sicht gibt es gegenwärtig keinen Anlass, den Pachtvertrag mit dem Fischer nicht über 2013 hinaus zu verlängern. Natürlich müsse man die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Kulawik und seinen früheren Fischereiaufseher wegen des Verdachts der Erpressung abwarten. Bisher liege gegen den Fischer aber strafrechtlich nichts vor, sagte Henning. Nach seinen Angaben hat Kulawik seinen Pachtvertrag mit dem Land immer eingehalten.

Darauf hat auch der Sohn des Fischers am Sonntag bei einer Beratung des Verbandes in Seeburg hingewiesen. Als Beleg führte er die Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage im Landtag an. Doch ein Teil der Aussagen in diesem Papier stößt bei der Interessengemeinschaft auf Widerspruch. Insbesondere die Angaben zur Bewirtschaftung des Süßen Sees haben starke Zweifel bei den Anglern ausgelöst. Sie kritisieren, dass Kulawik keine nachhaltige Fischerei betreibe. Es seien viel zu wenig Raubfische wie Zander und Hecht im Süßen See vorhanden, hieß es.

Der Anteil an solchen Fischarten müsste bei 20 bis 30 Prozent liegen, sagt Gabriel, der früher selbst eine Zanderzucht betrieben hat. Stattdessen habe das Land in dem Antwortschreiben angeführt, dass der Anteil an Weißfischen wie Blei und Plötze beim Ertrag des Fischers bei 95 Prozent liege. Das sei ein deutlicher Fingerzeig auf dessen Misswirtschaft, so Gabriel. Seiner Meinung nach müssten auch die Preise für die Angelkarten gesenkt werden. Das ergebe sich aus einem Passus im Pachtvertrag.

Sein Verband will deshalb am Mittwoch ein neues Bewirtschaftungskonzept für den Süßen See vorlegen. Darin wird unter anderem eine Senkung der Angelpreise, eine Hege der Fischbestände und die Errichtung einer Angelschule vorgeschlagen. "Gute Angelbedingungen könnten zum Markenzeichen einer Region werden", glaubt Gerhardt Jarosz, der Fischereibeauftragte des Landkreises. Auch er plädiert für eine Wiederbelebung der Angeltraditionen am Süßen See.

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