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Mansfeld-Südharz: Trotz Krise keine Absatzflaute

Uhr | Aktualisiert 14.12.2012 19:13 Uhr
Viele Autohändler in der Region locken mit Sonderangeboten. (FOTO: ARCHIV/MZ) 
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Der Kraftfahrzeug-Handel im Mansfelder Land trotzt der Europa weiten Absatzkrise. "Wir haben in diesem Jahr nur eine leichte Delle, aber keine dramatischen Rückgänge zu verzeichnen", so Andreas Ahlhelm, Obermeister der Kfz-Innung.
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eisleben/hettstedt/MZ. 

Die Käufer von neuen oder gebrauchten Wagen achten allerdings immer mehr auf Verbrauch, Umweltverträglichkeit und die Kosten.

Nach seinen Angaben wurden in diesem Jahr rund 2 600 Fahrzeuge im Mansfelder Land neu zugelassen. Das entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Jahr davor um fünf Prozent. "Das ist wenig", so Ahlhelm. Kaum Veränderungen gab es auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Rund 6 500 gebrauchte Autos wechselten in den zurück liegenden zwölf Monaten den Besitzer. Etwa so viele wie 2011.

Spürbare Verschiebungen sind allerdings zwischen den unterschiedlichen Fahrzeug-Klassen zu registrieren. Gestiegen ist die Nachfrage vor allem nach kleineren und mittleren Vans, SUVs und Geländewagen. Dagegen sinkt der Absatz von typischen Limousinen. "Damit hält der Trend nach kompakten Fahrzeugtypen an", sagt Ahlhelm. Viele Hersteller hätten darauf reagiert und würden inzwischen gerade in diesem Segment entsprechende Autos anbieten.

Nach seiner Einschätzung ist der Automarkt im Mansfelder Land ansonsten relativ gefestigt. Dramatisch zugelegt hat einzig die Marke Dacia, die zum Nissan-Konzern gehört. Dadurch wurden die Fahrzeuge mit hochwertiger Technik ausgerüstet. Dazu kommt eine geschickte Werbestrategie. "Diese Fahrzeuge haben nichts mehr zu tun mit den rumänischen Autos, die wir noch aus DDR-Zeiten kennen", sagt Ahlhelm, der als Technik-Experte auch im Vorstand des Kfz-Landesverbandes sitzt.

Der Aufstieg von Dacia, die ihre Produktpalette im nächsten Jahr um einen Transporter erweitern wollen, ähnelt aus seiner Sicht der Entwicklung bei Skoda. Mit dem Einstieg von Volkswagen ist diese tschechische Marke inzwischen "salonfähig" geworden und sie verkauft sich gut.

Ohnehin beobachtet Ahlhelm, dass die Kunden lange nicht mehr so auf eine bestimmte Marke orientiert sind wie früher. "Die Leute schauen mehr aufs Geld, das merken wir deutlich", sagt Ahlhelm, der die Interessen von 45 Innungsbetrieben im Mansfelder Land vertritt. Ein Viertel davon sind freie Werkstätten, die vom Service und Reparaturen leben. Beim Kfz-Verkauf arbeiten viele mit den Autohäusern zusammen.

Dort ist die Marke Saab mittlerweile verschwunden und auch bei anderen Herstellern zeichnen sich weitere Marktbereinigungen ab. So kursierten am Freitag Meldungen, wonach Fiat den US-Konzern Chrysler übernehmen will. Auch bei Lancia deuten sich Besitzerwechsel an. Über Opel schüttelt Ahlhelm nur den Kopf. Er kann beispielsweise nicht nachvollziehen, warum die Marke Corsa, "die noch gut bei uns läuft", künftig "Opel Adam" heißen soll.

"Das sind Dinge, die aber die Autohändler in der Region weniger berühren" meint Ahlhelm. Er und seine Kollegen sorgen sich vielmehr um den Berufsnachwuchs. Es werde immer schwieriger, geeignete Lehrlinge zu finden, die den wachsenden Ansprüchen an die Berufe in der Kfz-Branche genügen und andererseits nicht vor der teilweise schmutzigen Arbeit zurückschrecken. "Da müssen wir als Innung noch mehr eigene Anstrengungen bei der Lehrlingssuche unternehmen", räumt Ahlhelm ein.

Was das nächste Jahr für die Autohändler im Mansfelder Land bringt, da wagt er noch keine Prognose. Viel hänge dabei von der Entwicklung auf dem europäischen Markt ab, so der Kfz-Meister.

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