Erst müsse sie sich die Tourenpläne aus dem Heft des Eigenbetriebes Abfallwirtschaft Mansfeld-Südharz heraussuchen, um anschließend die jeweiligen Termine per Aufkleber für die Abfalltonnen auf ihren Jahreskalender im A4-Format übertragen zu können.
Das sei ein richtige Puzzlearbeit, beklagt sie sich. Dass die Aufkleber in diesem Jahr größer sind als im Vorjahr, ist aus ihrer Sicht keine Erleichterung. Es stellt die Einwohnerin aus dem Seegebiet eher vor ein neues Problem. "Die Aufkleber sind jetzt so groß, dass sie auf dem Kalender gleich mehrere Tage überschneiden". Eine genaue Zuordnung des Entsorgungstermins sei gar nicht mehr möglich. Um Missverständnissen vorzubeugen, halbiert sie nun die zu groß geratenen Aufkleber mit der Schere, bevor sie sie auf den Kalender klebt.
Für Gerlinde B. kann das nicht die Lösung des Problems sein. Sie schlägt den Verantwortlichen von der hiesigen Abfallwirtschaft vor, sich ein Beispiel am Landkreis Göttingen zu nehmen: "Dort bekommen die Haushalte einen bereits fix und fertig ausgefüllten Abfallkalender mit ihren jeweiligen Entsorgungsterminen zugestellt." Niemand müsse sich extra hinsetzen und sich seinen eigenen Abfallkalender basteln.
Nach Darstellung des Landkreises Mansfeld-Südharz wird sich an der Art und Weise des Abfallkalenders aber trotz der aktuellen Kritik nichts ändern. Mit den vergrößerten Aufklebern in diesem Jahr habe der Landkreis bereits auf Beschwerden von Einwohnern reagiert, erklärt Pressesprecherin Michaela John auf Anfrage der MZ. Sie hätten in der Vergangenheit kritisiert, dass die Aufkleber zu klein und unhandlich seien, worauf sie nun vergrößert wurden. "Jeder hat eine andere Meinung", so John, und es sei schwierig, einen Mittelweg zu finden.
Den Vorschlag der Leserin, in Zukunft bereits fertig gedruckte Abfallkalender im Landkreis auszugeben, wird sich ihr zufolge nicht verwirklichen lassen. Es sei nicht geplant, die einzelnen Termine für die jeweiligen Entsorgungsgebiete auf einem Kalender aufzuschlüsseln, sagt sie und verweist auf den Aufwand und die zusätzlichen Kosten, die entstehen würden. Am Ende der Kette stehe der Bürger, der auch dafür wieder mitbezahlen müsse, so John.