Im Ringen um die Zukunft der Landesbühne Sachsen-Anhalt in Eisleben gibt es eine überraschenden Rückzug. Landrat Dirk Schatz (CDU) hat angekündigt, den Vorsitz im Aufsichtsrat und in der Gesellschafterversammlung der Theater- und Kulturwerk GmbH mit sofortiger Wirkung niederzulegen. Als Grund führt er "die zuletzt sehr kontroversen und teils auch sehr persönlich geführten Diskussionen um die Förderung der Landesbühne" an. Dabei geht es darum, dass der Landkreis seine Zuschüsse für das Theater zurückfahren will, was der Kreistag jedoch vorige Woche verhindert hat (die MZ berichtete).
"Nach fünf Jahren Kampf für das Theater ist meine Kraft am Ende, verbale Angriffe gegen meine Person lassen mir keine andere Wahl, als mich aus beiden Gremien zurückzuziehen", heißt es dazu in einer Presseerklärung. Er sei als Landrat gehalten, die gesamte Kulturlandschaft der Region zu fördern und entsprechend finanziell auszustatten. "Dass mir das nun vorgehalten wird, enttäuscht mich zutiefst", erklärte Schatz.
Für die Fusionsgespräche mit dem Nordharzer Städtebundtheater muss nun von der Gesellschaft ein neuer Verhandlungsführer bestimmt werden. Außerdem will der Landkreis sowohl der Lutherstadt Eisleben als auch der Stadt Hettstedt als Mitgesellschafter weitere Geschäftsanteile anbieten. Entsprechende Verhandlungen würden jetzt aufgenommen, hieß es.