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Mansfeld-Südharz: Heiße Diskussionen ums Verbrennen

Uhr | Aktualisiert 12.12.2012 19:26 Uhr
Zum Thema Verbrennen von Gartenabfällen gibt es geteilte Meinungen. (ARCHIVFOTO: HARTMUT KRIMMER) 
Das Thema Verbrennen hat an Brisanz nicht verloren. Bei der jüngsten Stadtratssitzung entbrannte erneut eine heftige Debatte darum, ob überhaupt ein Beschluss gefasst werden soll.
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eisleben/MZ/rd. 

Das Thema Verbrennen hat an Brisanz nicht verloren. Bei der jüngsten Stadtratssitzung entbrannte erneut eine heftige Debatte darum, ob überhaupt ein Beschluss gefasst werden soll, denn immerhin entscheide allein der Landrat Dirk Schatz (CDU) darüber, ob im Kreis in Zukunft wieder verbrannt werden darf. Deshalb entschieden sich Stefan Gebhardt (SPD) und Günther Reichelt (Freie Fraktionsgemeinschaft-FFG), nicht an einer Abstimmung teilzunehmen. Gebhardt: Eine neue Regelung finden zu wollen sei "absurd".

Jürgen Grobe (SPD) malte ein differenzierteres Bild der komplexen Materie. Seiner Meinung nach gelte es, Abfallrecht, Immissionsschutz und das Ordnungsrecht unter einen Hut zu bekommen. Aus dieser Gemengelage gelte es, einen Kompromiss zu finden, in dem das Verbrennen nicht kompostierbarer Abfälle sehr zaghaft nur gestattet werden sollte. Grundsätzlich sei aber auch er dagegen, dass Verbrennen wieder zu gestatten.

Einen emotionalen Diskussionsbeitrag leistet Mike Künzel (SPD), der von seinen allergiekranken Kinder berichtet und von einem schweren Asthmaanfall eines seiner Kinder. Niemand, der so etwas jemals miterlebt habe, könne ehrlichen Herzens dafür sein, dass die Luft wieder verpestet werden darf. "Das Verbrennverbot steht und so sollte es bleiben", war sein leidenschaftliches Credo.

Wenngleich bei Anhörungen vor allem in den Eisleber Ortsteilen eine erneute Regelung zum Verbrennen mehrheitlich befürwortet wird, hatte sich der Eisleber Stadtrat letztlich nur dazu entschlossen, die Anhörungsergebnisse ohne einen Beschluss an die Kreisverwaltung weiterzuleiten. Zum Verbrennen selbst gab es keine Mehrheit unter den Stadträten.

Noch in diesem Monat will der Landrat die neue Regelung im Amtsblatt veröffentlichen, die danach auch in Kraft tritt. Eines scheint dabei sicher, das Verbrennverbot wird fallen, die Zustimmung dafür im Kreis war relativ groß.

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