Nach der Premiere auf dem Leipziger Dokfilm-Festival, wo "MansFeld" mit dem Defa-Förderpreis ausgezeichnet wurde, ist Schneider auf dem Internationalen Filmfestival in Bratislava sowie bei der Duisburger Filmwoche zu Gast gewesen.
Insbesondere die Begeisterung in der slowakischen Hauptstadt hat den 42-jährigen Regisseur und Filmkomponisten überrascht: "Die Zuschauer haben sich im Leben und in der Mentalität der Mansfelder wiedergefunden", so Schneider zur MZ. "Die Slowaken hat zum Beispiel beeindruckt, dass wie bei ihnen noch zu Hause geschlachtet wird." Auch der Zusammenhalt in den Familien sei wie in der Slowakei. Ein Dreckschweinfest zu Pfingsten werde dort zwar nicht gefeiert, "aber solche Pfingstbräuche und Frühlingsrituale gibt es ja auf der ganzen Welt". Nach der Aufführung in Bratislava habe er sehr positive Reaktionen erhalten und "schöne Gespräche" geführt. "Die Besucher konnten viel mit der Atmosphäre in dem Film anfangen."
Auch auf dem Duisburger Festival sei der Film sehr gut aufgenommen worden, so Schneider. "Die Zuschauer haben das Pfingstfest nicht einfach als Klamauk gesehen, sondern als eine archaische Tradition."
Im Mittelpunkt von "MansFeld" stehen Tom (8), Sebastian (9) und Paul (9) aus Ahlsdorf beziehungsweise Hergisdorf. Schneider hat die drei Jungs und ihre Familien ein Jahr lang mit der Kamera begleitet und beobachtet, wie sie als Läufer beim Dreckschweinfest "in die Erwachsenenwelt eingeführt" werden. "Ich wollte die Magie dieser geheimnisvollen Welt und den Blick der Kinder darauf einfangen", so Schneider.
Wann der Film in die Kinos kommt, steht noch nicht fest. "Wir verhandeln gerade mit Verleihern." Wahrscheinlich werde es im Januar die Premiere im Mansfelder Land geben. "Es ist ein bisschen schade, dass wir den Film noch nicht öffentlich zeigen können", sagt Schneider. "Aber die Festivals sind für uns sehr wichtig, und dort kann man nur teilnehmen, wenn der Film noch nicht öffentlich aufgeführt worden ist." Auf jeden Fall werde "MansFeld" - der Titel bezieht sich auf die bekannte Sage von des "Mannes Feld" - auch im MDR-Fernsehen laufen. Der Sender habe den Film koproduziert.