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Liste bedrohter Tiere: Mit der Kamera auf der Pirsch nach gefährdeten Tierarten

Uhr | Aktualisiert 13.01.2013 21:49 Uhr

Tausende Naturfotos hat Lutz Döring während seiner Beobachtungen schon aufgenommen. (FOTO: KLAUS WINTERFELD)

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Lutz Döring fotografiert bedrohte Arten der Tier- und Pflanzenwelt. Seine Beobachtungen verwerten Experten für die Aktualisierung der Roten Listen.
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Erdeborn/MZ. 

Die weißen Flocken fallen zur rechten Zeit für Lutz Döring. Er kann endlich auf Spurensuche im Schnee gehen. Den 58-Jährigen - von Hause aus Grafiker - zieht es mehrmals in der Woche hinaus in die Natur. In seinem Interesse für die Pflanzen- und Tierwelt ist sein ehrenamtliches Engagement für das Landesamt für Umweltschutz begründet. Seit gut zehn Jahren zählt Döring zu den Naturbeobachtern, die bedrohte Arten aufspüren, deren Entwicklung verfolgen und die Erkenntnisse an jene Experten weiterleiten, die die Roten Listen aktualisieren.

Seine Spurensuche im Schnee führt den Erdeborner derzeit direkt vor die Haustür, rund um den Salzigen See. "Ein Refugium, das Naturfreunde aus ganz Deutschland anzieht", wie er weiß. Im Moment hält Döring nach Gänsen Ausschau und möchte erfahren, in welchem Umfang sie sich dort niedergelassen haben.

Döring ist das Jahr über nicht nur in der Region unterwegs. Seine ehrenamtliche Arbeit für das Landesamt für Umweltschutz erstreckt sich über weite Teile von Sachsen-Anhalt und mehrere Landkreise - vom Oberharz bis zum Zeitzer Forst. Bei seinen Streifzügen durch Naturschutzgebiete hält er die Kamera immer griffbereit.

"Zig tausende Fotos sind im Laufe der Jahre zusammengekommen", sagt Döring. Ihm sind nicht nur Aufnahmen von äußerst seltenen Pflanzen, Vögeln und Schmetterlingen gelungen, sondern auch Aufnahmen, die durch ihre Authentizität überzeugen. Ein wahrer Hingucker ist beispielsweise die Fotografie von einem Bienenfresserpaar mit seinem Nachwuchs: Weibchen und Männchen sitzen links beziehungsweise rechts vom Brutloch, aus dem ein Junges herausschaut. Für dieses Motiv musste Döring zu seiner Überraschung nicht mal in die Ferne schweifen. Am Franzosenberg im Seegebiet hatte er die farbenfrohen Vögel entdeckt.

Für ein brillantes Bild wie dieses müssen viele Faktoren zusammenspielen - unter anderem der Standort, die Lichtverhältnisse und eben das besagte Quäntchen Glück. Nicht jede Naturbeobachtung endet mit einem solchen gelungenen Foto. Es gibt auch Tage, da kehrt Döring nach stundenlangem Warten ohne brauchbares und verwertbares Material zurück. Seine Freude an der Naturbeobachtung schmälert das nicht. "Für mich ist es pure Erholung und Entspannung", schwärmt er. Schon von Kindesbeinen an ist er mit der Natur eng verwurzelt. Sein Großvater war Förster. "Ich bin quasi im Wald groß geworden", sagt Döring.

Beeindruckend ist, welches Fachwissen er sich mit der Zeit angeeignet hat. Im Bereich der Schmetterlinge, der Vogel- und Pflanzenwelt ist er besonders sachkundig. Wie selbstverständlich benennt Döring die einzelnen Arten mit ihren lateinischen Namen, kann ihr Aussehen beschreiben und weiß, welche Entwicklung die Vertreter der jeweiligen Art in der Vergangenheit genommen haben, wo Vorkommen verschwunden sind und wo Exemplare an anderer Stelle überraschend wieder aufgetreten sind.

Dieses Wissen macht den Erdeborner auch zu einem begehrten Gesprächspartner unter Naturfreunden. Bei geführten Wanderungen kann er mit detailreichen Schilderungen aufwarten. Und er hat Spaß daran, seine Kenntnisse mit Gleichgesinnten zu teilen.

Langfristig plant Döring, einen Bildband über die geschützten Arten der Region herauszugeben. Erste Gespräche mit einem Verlag laufen dazu. Döring: "Ich habe viel Material, das ich nun sichte." Die Öffentlichkeit kann aber bereits jetzt einen Blick auf seine Fotos werfen. Döring gestaltet mit seinen Aufnahmen Plakate für die europaweite Naturschutzinitiative "Natura 2000".

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