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Heimatforschung: Die vergessene Königspfalz

Uhr | Aktualisiert 20.01.2013 21:35 Uhr

Hans Herrmann auf dem Areal der einstigen Helftaer Pfalz. (FOTO: LUKASCHEK)

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Die Burg-Anlage Königspfalz in Helfta zählte einst zu den bedeutenden deutschen Pfalzen - heute ist sie nicht nur verschwunden, sondern auch weithin vergessen.
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eisleben/MZ. 

"Kaiserorte in Sachsen-Anhalt - Auf den Spuren Ottos des Großen." So hieß die große Landesausstellung im gerade zu Ende gegangenen Otto-Jahr, die mit Wallhausen und Tilleda auch zwei Orte im Landkreis Mansfeld-Südharz überregional bekannt gemacht hat. Ein Erfolg für den Tourismus, auf den mit weiteren Ausstellungen aufgebaut werden soll.

Bislang kaum im Blickpunkt steht dagegen ein dritter Ort, der ebenfalls mit den Ottonen verbunden ist: Helfta. Die dortige Königspfalz zählte einst zu den bedeutenden deutschen Pfalzen - heute ist sie nicht nur verschwunden, sondern auch weithin vergessen. "In der Bevölkerung ist die Helftaer Königspfalz mindestens so unbekannt wie das Kloster Helfta vor 1988", sagt Hans Herrmann (52). Als Heimatforscher setzt er seit fünf Jahren das Werk seines verdienstvollen Vaters und Eisleber Ehrenbürgers Joachim Herrmann fort, der nach einem Herzstillstand bis heute im Wachkoma liegt. Der 82-jährige frühere Kunsterzieher hat sich 1988 gegen die geplante Sprengung der Klosterruine stark gemacht und nach der Wende das Orts- und Ordensmuseum im Kloster begründet.

"Helfta - das ist ganz große Geschichte", sagt Hans Herrmann. Deshalb will er sich auch nicht damit abfinden, dass der heutige Eisleber Ortsteil in der öffentlichen Wahrnehmung so vernachlässigt sei, wie er meint. "Ich wünsche mir, dass nach der Wiederbelebung des Klosters auch die Entdeckung der Königspfalz als Chance begriffen wird." Die Pfalz liegt ihm ganz besonders am Herzen - auch weil sein Vater viele Jahre nach ihr gesucht hat. "Ich habe die Vision, dass die Überreste der Pfalz ausgegraben und so die Strukturen der Burg wieder sichtbar werden", so Herrmann, der als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger tätig ist. Mittlerweile haben wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt, was sein Vater schon immer vermutet hatte: Die so genannte Kleine Klaus, ein Flurstück südlich des Hüttengrundes, ist der Standort der Pfalz gewesen. Frühere Forscher hatten die Pfalz dagegen auf dem Hausberg (zwischen Helfta und Bischofrode) beziehungsweise auf der Großen Klaus (nördlich des Hüttengrundes) lokalisiert.

Welche Bedeutung die Pfalz hatte, zeige schon ihre Ausdehnung, so Herrmann. Wie Untersuchungen auf dem Gelände ergeben hätten, sei die Helftaer Pfalz größer als die in Tilleda gewesen. "Und die Radegundekirche war genau so groß wie die bekannte Stiftskirche Walbeck bei Magdeburg." Gerade diese Erkenntnisse seien für ihn persönlich der "Durchbruch" gewesen, so Herrmann, "ein vorläufiger Abschluss für die Arbeit, die mein Vater begonnen hat".

Helfta biete neben der Pfalz noch ein "Arsenal an weiteren Themen", so der Heimatforscher, der von Beruf Elektromonteur und Betriebswirtschaftler ist und bei der Handwerkskammer in Halle arbeitet. Zu diesen Themen zählt er zum Beispiel Aspekte der Rechts-, Verkehrs- und Siedlungsgeschichte. Um diese Vielfalt zu erschließen, suche er Mitstreiter und Unterstützer. Hoffnungen setzt er in dieser Hinsicht auch auf den im vergangenen Jahr gegründeten Pfalzen-Arbeitskreis Sachsen-Anhalt.

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