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Eisleben: Zehn Stunden ohne Trinkwasser

Uhr | Aktualisiert 11.12.2012 22:49 Uhr
Letzte Vorbereitungen auf das Zusammenschweißen. (FOTO: JÜRGEN LUKASCHEK) 
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Zehn Stunden war Eisleben ohne Trinkwasserversorgung und niemand hat es gemerkt. Das ist der Idealfall für Jan Kunau, Abteilungsleiter Planung bei der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH.
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eisleben/MZ. 

Ein halbes Jahr lang waren die Männer von der Fernwasserversorgung und von anderen Firmen auf der Hüneburg zugange, um ein 300 Meter langes Trinkwasserrohr mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern zu verlegen. Besonderes Problem bei dem Vorhaben: Die Rohrleitungsbauer mussten unter der Strecke der Deutschen Bahn hindurch in einer Tiefe von zwei Metern unter den Schienen. Diese Durchörterung hat eine hallesche Firma vorgenommen, mit einem Bohrer, der einen Durchstoß von einem Meter Durchmesser zugelassen hat. Während dieser Durchörterung seien die Züge aber mit geringerer Geschwindigkeit über die Baustelle gefahren.

Warum dieser Aufwand? Nach den Worten von Kunau musste das etwa 40 Jahre alte Trinkwasserrohr, mit dem auch die Lutherstadt versorgt wird, erneuert werden. Deshalb habe es aber nicht ein halbes Jahr lang Trinkwasserengpässe in der Lutherstadt gegeben, sondern erst am Dienstag wurde es tatsächlich spannend.

Zunächst verlegten die Mitarbeiter des Trinkwasserversorgers das neue Rohr, und erst am Dienstag wurde die alte 60 Zentimeter starke Leitung getrennt und die neue eingebunden. Innerhalb dieser etwa zehn Stunden reiche das Trinkwasser, welches in den Hochbehältern in Wolferode und Bischofrode gespeichert ist, so Kunau. Genaugenommen seien in den Behältern Reserven für eine zweitägige Versorgung der Lutherstadt gespeichert. Mit anderen Worten: "Das Trinkwasser geht den Eislebern nicht so schnell aus. Vorausgesetzt, es passieren keine unvorhersehbaren Havarien", schiebt Kunau nach.

Die alte Leitung, die theoretisch seit Dienstagabend keinen Zweck mehr erfüllt, bleibt in der Erde liegen, erklärt der Trinkwasserfachmann, wird aber unter der Bahnlinie aus Sicherheitsgründen verfüllt.

Und durch die neue Leitung, auch dabei handelt es sich um Stahlrohre, die miteinander verschweißt werden, können dann bis zu 20 000 Kubikmeter Wasser fließen. Trinkwasser, welches aus der Rappbode-Talsperre kommt, dem größten Stausee im Harz, der immerhin mehr als 109 Millionen Kubikmeter Wasser speichern kann.

Dass eine Pumpe nicht notwendig sein soll, um das Trinkwasser über die Hüneburg zu transportieren, leuchtet nur schwer ein, wenn man in die stellenweise zwölf Meter tiefe Baugrube schaut. Aber der nächstgelegene Behälter in nördlicher Richtung, aus der das Trinkwasser fließt, steht in Endorf, erklärt Kunau, und liege mit mehr als 200 Metern etwas höher als die Baustelle an der Hüneburg, also erübrige sich eine Pumpe.

Von der eisigen Kälte, die am Dienstag über die Hüneburg zog, merken die Bauarbeiter nach eigenem Bekunden kaum etwas. Sie sind beschäftigt mit schweißen und schleifen und anpassen. Wesentlich schlimmer sei es, versichert Kunau, bei nur wenigen Plustemperaturen und strömendem Regen knöcheltief im Schlamm zu stecken. Wie sieht der ideale Rohverlegungstag aus: Ein trockener, nicht zu warmer Herbsttag, an dem die Erde noch die Sommerwärme gespeichert hat, so Kunau.

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