Pervers deshalb, weil seiner Meinung nach "nicht alle Vertragspartner ihren Verpflichtungen nachkommen". Damit zielte er auf den Landkreis ab, der seine Förderung der Eisleber Schauspielbühne für das nächste Jahr reduzieren will. Angeblich gehe Eisleben den Bach runter, "aber uns wird gleichzeitig eine höhere Belastung zugemutet", so der Linken-Fraktionschef. Und sein Fraktionskollege Harry Strohschein spitzte die Situation noch mehr zu: "Stimmen wir der Erhöhung unserer Zuschüsse zu, bestätigen wir den Landrat. Das haut nicht hin".
Etwas anders schätzte Rainer Gerlach (CDU) die Situation ein. "Wir müssen das Zeichen setzen, dass wir Eisleber bereit sind, mehr zu zahlen", sagt er. Sollten die zusätzlichen Zuschüsse nicht den Stadtrat passieren, wäre dies ein "fatales Signal", so Gerlach. Ähnlich sehe auch er die Lage, so SPD-Fraktionschef Stefan Gebhardt. In dem Theater werde gerade mit Kindern und Jugendlichen "eine hervorragende Arbeit" geleistet. Aber dass der Landkreis seinen Zuschuss reduziere, verstehe er nicht, so Gebhardt. Damit untergrabe der Kreis eben jene gute Kinder- und Jugendarbeit an der Landesbühne.
Uwe Schenkendorf (Linke) machte eine Rechnung auf. Die Gesellschafteranteile an der Theater- und Kulturwerk gGmbH seien ja verteilt an den Landkreis (78,9 Prozent), die Lutherstadt (19,1 Prozent) und an die Stadt Hettstedt (zwei Prozent). Demnach reiche es doch, 19,1 Prozent des Defizits zu übernehmen. Warum aber soll Eisleben im Jahr 2013 mehr als 231 000 Euro und im Jahr 2014 nochmals fast die gleiche Summe mehr zahlen, fragt Schenkendorf.
Jürgen Grobe (SPD) gab zwar zu verstehen, den Zuschüssen zuzustimmen, räumte aber ein, dass sich die Stadt auf Dauer derartige Zuschüsse nicht leisten könne.
Schließlich wurden die freiwilligen Zuschüsse in einer Gesamthöhe von mehr als 460 000 Euro mit 13 Ja-Stimmen verabschiedet, bei zehn Nein-Stimmen und neun Enthaltungen.