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Die Stars von damals : Oldies im Eisleber Theater

Herman's Hermits sind immer noch erstaunlich fit.

Herman's Hermits sind immer noch erstaunlich fit.

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Eisenberg

Eisleben -

Wie jedes Jahr im Januar waren auch diesmal die Fans der Oldies der 60er und 70er auf den Plan gerufen, um ihren Idolen vergangener Zeiten zu huldigen. Im brechend vollen Eisleber Theater ließen es die Fans am Donnerstagabend richtig krachen – im wahrsten Sinne: Riesenbässe dröhnten aus den Boxen von der Bühne, die Stuhlreihen bebten.

Mit von der Partie die Herman's Hermits, Vanity Fare, Ohio Express und Tony Christie. Letzterer ist trotz seiner 72 Lenze noch gut im Geschäft und in vielen Fernsehshows vertreten – so bei „Willkommen bei Carmen Nebel“. Auf und Ab kennzeichnen den Weg seiner Karriere, die 54 Jahre andauert. Permanent wollen die Fans, dass der Brite die Frage der Fragen stellt und sich in seinem legendären Hit „Is this the Way to Amarillo?“ nach dem Weg in die kleine texanische Stadt Amarillo erkundigt oder bezeugt „I did what I did for Maria“.

Erstaunliche Fitness

Dass sie eine Show immer noch souverän rocken können, zeigten Vanity Fare und Herman's Hermits. Für die 1964 in Manchester gegründete Beatgruppe Herman's Hermits ist die Arbeit auf der Bühne nach so vielen Jahrzehnten freilich eingespielte Routine. Aber sie konnten sich trotzdem, was keine Selbstverständlichkeit ist, sichtbar den Spaß am Performen erhalten. Sie wollen ihr Publikum einfach gut unterhalten und eine gute Show liefern, was so gut gelungen ist, dass mancher schon erstaunt über die Fitness und musikalische Präsenz der Oldstars war.

Schwieriger war das schon für Ohio Express. Als Band angekündigt, erschien nur der Mann, der sein Käppi offenbar nie abnimmt, auf der Bühne: Gary Garrison, bürgerlicher Name Gerd Rochelle, geboren 1952 in Köln. Er ist erst Mitte der 80er Jahre zur Band gestoßen. Von den Gründungsmitgliedern der Band ist nur Gitarrist Doug Grassel übriggeblieben. Mit wechselnder Besetzung treten die beiden als „Ohio Express“ auf. In Eisleben allerdings nur Garrison allein mit Bandbegleitung aus der Konserve und ihrem berühmtesten Hit „Yummy, Yummy, Yummy“, wieder berühmt geworden als Werbesound für Schokolade.

Ein kurzer Ausflug in die Jugend

Das Eisleber Publikum klatschte und sang aus Leibeskräften mit. Einzelne Damen tanzten sogar auf den Seitengängen vor der Bühne. „Für uns ist es ein kurzer Ausflug in unsere Jugend“ erklärte eine 62-Jährige aus Helbra. „Da werden Erinnerungen wach“. Es war die Zeit von Schlaghosen und enganliegenden Pullis mit Schnürung am Ausschnitt. Gefahren wurden Mopeds wie „Spatz“, „Star“ und „Sperber“, die, wenn irgendwie möglich, von den Geldgeschenken zur Jugendweihe erstanden wurden. Als besonders „in“ galt es, mit einem Radiorekorder unterm Arm unterwegs zu sein. Die Stars von damals live zu erleben, das sei schon etwas Besonderes. Über kleine Makel wird geflissentlich hinweggesehen; die größeren werden ertragen. Und gealtert wird gemeinsam. (mz)


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