Wo dieses kleine, aber kaum verzichtbare Stück geblieben sein könnte, ist nicht allein für Stadtsprecher Maik Knothe ein Rätsel. Er räumt ein, dass der Verlust bislang gar nicht bemerkt worden ist.
Ob das fehlende Teil herabgefallen ist, möglicherweise begünstigt durch natürlichen Verschleiß, oder ob jemand nachgeholfen hat, vielleicht sogar ein Souvenirjäger, ist im Moment völlig offen.
Das Häckel dürfte kaum etwas für Buntmetalldiebe gewesen sein. Denn nachdem das bronzene Werkzeug, das Martin nach der Wende kurze Zeit in der Hand hielt, schon bald gestohlen worden war, musste sich die Figur in der Eisleber Neustadt schon seit längerem mit einer billigen Attrappe begnügen.
Die Geschichte des Kamerad Martin geht bis ins Jahr 1590 zurück: Graf Albrecht von Mansfeld hatte die Eisleber Neustadt gegründet. Seine Schwiegertochter ließ das Neustädter Rathaus bauen und gegenüber ein Denkmal aus Sandstein errichten. Es zeigte einen knienden Bergmann. Kamerad Martin, wie ihn das Volk nannte, wurde zum Symbol des Mansfelder Bergbaus. Das Original steht in Luthers Geburtshaus in Eisleben.