Eisleben
Nachrichten, Bilder, Videos, Services, Wetter aus Eisleben und Mansfeld-Südharz mit Helbra, Röblingen am See, Klostermansfeld, Benndorf und der ganzen Region.

Vorlesen

Burgsdorf: Dorfplatz wird zum Zankapfel

Uhr | Aktualisiert 14.01.2013 22:21 Uhr
Still ruht der Dorfplatz. Ortsbürgermeister Dittmar Jung (l.) und Ratsmitglied Jens Becher verstehen nicht, warum sich das Vorhaben verzögert. (FOTO: J. LUKASCHEK) 
Von
Mit Unverständnis blickt Dittmar Jung auf die freie Fläche mitten in Burgsdorf. Dort sollte schon lange ein schmucker Dorfplatz mit Spielanlage entstanden sein. "Doch wir warten immer noch darauf", beklagt der Ortsbürgermeister. Seine Kritik richtet sich an die Lutherstadt Eisleben, die den Ort vor drei Jahren eingemeindet hat.
Drucken per Mail
burgsdorf/MZ. 

Einer der wichtigsten Punkte im Gebietsänderungsvertrag ist der Neubau des Dorfplatzes. "Darauf haben wir beim Vertragsabschluss viel Wert gelegt", bestätigt Sven Krienitz.

Der 42-jährige Landwirt saß damals noch im Ortschaftsrat von Burgsdorf und hat gemeinsam mit dem früheren Ortsbürgermeister den Vertrag mit Eisleben ausgehandelt. Er hat bisher seine eigene Wiese für Dorffeste zur Verfügung gestellt, es sollte aber bald eine richtige Lösung gefunden werden. Insofern hatte der Ort die Pläne für den neuen Dorfplatz schon vorangetrieben, als die Eingemeindung nach Eisleben erfolgte. Ein geeignetes Areal in der Nähe der Kirche war bereits ausgewählt. Das Gelände ist weit weg von der vielbefahrenen Harzstraße, die am Ort vorbeiführt. "Und eine Hecke bietet Schutz für die Kinder", so Jung.

Dabei hat die Stadt das Grundstück für einen symbolischen Preis von einem Euro quasi geschenkt bekommen. Dass aus dem Vorhaben bisher nichts geworden ist, begründet der zuständige Bauamtsleiter Michael Richter mit den Schwierigkeiten, die sich erst im Nachhinein ergeben hätten.

Man sei bei der Stadt davon ausgegangen, ein sofort verwertbares Grundstück erworben zu haben. "Doch die Sache hat sich als kompliziert herausgestellt", so Richter, der alle Vorwürfe bestreitet, dass die Stadt das Vorhaben auf die lange Bank geschoben habe. Auf dem Grundstück befindet sich nämlich noch ein Gastank und eine Klärgrube, die einem Nachbarn gehören. Diese Altlasten müssten erst beseitigt werden, ehe es mit dem Neubau des Spielplatzes losgehen könne, sagte Richter der MZ.

Die Stadt veranschlagt allein dafür Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro, die man nicht allein tragen will. Stattdessen soll für den Rückbau der Nachbar aufkommen, der den Tank aufgestellt und die Grube angelegt hat, hieß es. Man habe deshalb das Rechtsamt eingeschaltet, so der Amtsleiter. Er widerspricht in diesem Zusammenhang auch weiteren Vorhaltungen von Einwohnern aus Burgsdorf, die nicht vollziehen können, dass die Vorbereitungsarbeiten schon rund 20 000 Euro verschlungen haben sollen, wie im Dezember eine Anfrage im Stadtrat ergeben hatte.

Richter listet dazu eine Reihe von Punkten auf, angefangen von Grunderwerbssteuern bis hin zu Kosten für den Rückbau eines baufälligen Gebäudes, das auf dem Areal stand. "Mit müssen uns an die Vorschriften halten", so Richter. Das beträfe auch die Herrichtung des Geländes. Die Burgsdorfer wollten, um Kosten zu sparen, Schotter verwenden, der beim Bau von Windrädern abgefallen wäre. "Das geht nicht", erwidert Richter. In Burgsdorf versteht das keiner.

Auch interessant
Die Bildergalerien in Eisleben präsentiert:
Lokalsport Eisleben/Hettstedt
Babybilder
E-Paper
Mitteldeutsche Zeitung Titelblatt

Lesen Sie Ihre Mitteldeutsche Zeitung online und auf dem iPad/iPhone. So sind Sie jederzeit aktuell informiert.

Lokalredaktion Eisleben - Wir sind für Sie da!
Plan 6
06844 06295 Lutherstadt Eisleben
Tel.: (0 34 75) 61 46 10
Fax: (0 34 75) 61 46 19
E-Mail: redaktion.eisleben@mz-web.de
MZ Eisleben bei Twitter
zum Kontaktformular