Erster Hoffnungsschimmer für den Eisleber Bahnhof? Seit dem Tag der offenen Tür vor zwei Wochen haben sich bei der Stadtverwaltung mehrere "ernsthafte Miet-Interessenten" gemeldet. Das sagte Sprecher Maik Knothe auf Anfrage der MZ. Dabei handele es sich unter anderem um Anbieter aus den Bereichen Tourismus und Gastronomie sowie ein Bauingenieur-Büro. Dazu kommt der derzeit einzige Mieter, Bäckermeister Volker Müller, der hier auch in Zukunft seine Filiale betreiben will.
Außerdem wird die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (Nasa) im Zuge des neuen Regio-S-Bahn-Verkehrs ab Ende 2015 hier eine sogenannte Mobilitätszentrale einrichten, die von 6 bis 22 Uhr besetzt sein wird. Wie Knothe sagte, könnten sich weitere potenzielle Nutzer noch melden.
Leider sei bislang noch kein Käufer oder Investor für das fast leerstehende Gebäude in Sicht, so der Sprecher weiter. Das sei auch ein entscheidender Knackpunkt bei der Vermietung. "Wenn der Bahnhof bereits saniert wäre, hätten wir bestimmt keine Schwierigkeiten, Mieter zu finden."
Die Arbeitsgruppe Bahnhof, der Stadträte, Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie der Agentur Bahnstadt angehören, wird sich im Laufe dieser Woche treffen, um über den Stand des Interessenbekundungsverfahrens und die nächsten Schritte zu beraten.
Mehr als 30 Interessenten hatten sich am Tag der offenen Tür im Bahnhofsgebäude umgesehen. Darunter waren auch Vertreter der beiden großen Eisleber Wohnungsunternehmen. Dies hatte Spekulationen genährt, dass die Vermieter möglicherweise Ambitionen in Bezug auf das Gebäude haben. Gegenüber der MZ wiesen die beiden Unternehmen das jedoch strikt zurück.
"Wir haben kein Interesse am Bahnhof", sagte Carsten Dölle, Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft. Ähnlich äußerte sich Marc Reichardt, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft. "Wir waren beim Tag der offenen Tür, weil wir eingeladen waren", so Reichardt. "Wir haben keinerlei Absichten, was den Bahnhof betrifft."
Derzeit arbeitet das Kasseler Architektur- und Stadtplanungsbüro Baufrösche im Auftrag der Stadt an einer Machbarkeitsstudie. Diese wird zu 80 Prozent von der Nasa finanziert. In der Studie sollen der Bauzustand analysiert, Käufer und / oder Mieter gefunden und ein Nutzungskonzept mit Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Das Land würde eine Sanierung mit Fördermitteln unterstützen.