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Amtsgericht Eisleben: Sozialpädagoge betrügt Rentner um 37.000 Euro

Uhr | Aktualisiert 31.01.2013 21:35 Uhr
Ein 47-jähriger Mann hat ein Rentner-Ehepaar um rund 37.000 Euro betrogen. (SYMBOLFOTO: DPA) 
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Weil er ein Rentner-Ehepaar um rund 37.000 Euro betrogen hat, ist ein 47-jähriger Mann vom Amtsgericht Eisleben zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Diplom-Sozialpädagoge hatte die Tat vor Gericht eingeräumt.
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Eisleben/MZ. 

Weil er ein Rentner-Ehepaar um rund 37 000 Euro betrogen hat, ist ein 47-jähriger Mann vom Amtsgericht Eisleben zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Diplom-Sozialpädagoge, der als Drogen- und Suchtberater arbeitet und auch als gerichtlich bestellter Betreuer tätig war, hatte die Tat vor Gericht eingeräumt. "Die Familie hat Ihnen vertraut", so Richter Dirk Kramer zu dem Angeklagten. "Dieses Unrecht kann keiner wiedergutmachen."

Da sich der Angeklagte in einem Zivilverfahren am Landgericht Halle bereits mit den Geschädigten über eine Rückzahlung geeinigt hat und auf Grund der langen Verfahrensdauer beließ es der Richter bei einer Verwarnung und setzte eine Geldstrafe in Höhe von 4 500 Euro zur Bewährung aus. Als Auflage muss der Mann 600 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen sowie natürlich die Rückzahlungsvereinbarung erfüllen. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft hatte der Sozialpädagoge von dem ihm bekannten Ehepaar 37 000 Euro erhalten. Die Summe wollte er angeblich auf einem Konto bei einer luxemburgischen Bank anlegen. Den Eheleuten habe er zunächst gefälschte Kontoauszüge vorgelegt; später habe er ihnen mitgeteilt, dass die Bank insolvent sei. Das Geld, so die Staatsanwaltschaft, habe er für eigene Zwecke verbraucht, unter anderem für Reisen und die Tilgung eines Kredits. Der Angeklagte erklärte dazu, er sei damals in einer finanziellen Notsituation gewesen. Die Eheleute hätten ihm das Geld zur freien Verfügung überlassen. Im Gegenzug habe er sich um die Familie kümmern sollen. Laut dem zivilrechtlichen Vergleich vor dem Landgericht wird er 30 000 Euro an die Geschädigten zurückzahlen, in Monatsraten von 500 Euro.

Wie Kramer sagte, habe er bei der Urteilsfindung die sehr lange Verfahrensdauer berücksichtigen müssen. Tatzeitpunkt war bereits im Mai 2007. Die Familie hatte zunächst seit 2009 über einen Anwalt versucht, das Geld zurückzubekommen. Erst 2011 sei Strafanzeige erstattet und Zivilklage erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft habe dann "mit viel Engagement und Nachdruck versucht, den Geldfluss zu ermitteln". Zwar sei eine "Vielzahl an Konten" gefunden worden, "das Geld war letztendlich aber weg". So sei auch die Justiz mitverantwortlich für die Verzögerung des Verfahrens gewesen.

"Bei einer zeitnahen Anklage, das heißt bis 2009, hätten zehn Monate Freiheitsstrafe herauskommen können", so der Richter. Nach europäischer Rechtsprechung müsse die Strafe jedoch gemindert werden, je länger das Verfahren dauere. So erkläre sich das recht "milde Urteil". Auch das Geständnis des Angeklagten und seine Bereitschaft zur Wiedergutmachung seien zu seinen Gunsten zu werten.

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