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Ehrensache: Motor und Ideengeber

Uhr | Aktualisiert 25.03.2013 11:31 Uhr

Gerd Norgel ist seit 2005 Vorstand des Gemeindekirchenrates in Vockerode.

(BILD: Thomas Klitzsch)
Gerd Norgel ist seit 2005 Vorstand des Gemeindekirchenrates in Vockerode. Ehrenamtlich und engagiert setzt er sich für die Belange der 120 Gemeindemitglieder ein und organisiert zudem Angebote für alle Vockeroder und deren Gäste.
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wittenberg/MZ/hk. 

Freundlich sei er, geschickt und interessiert. "Gerd Norgel hat uns wirklich gut getan", sagt Geertje Perlberg. Die Pfarrerin der evangelichen Kirchgemeinde St. Johannis erinnert sich gern an die Zeit, als der Vockeroder, damals arbeitslos, über eine Maßnahme des Arbeitsamtes den Weg nach Dessau fand. Die Kontakte zwischen dem heute 67-jährigen einstigen Schichtmeister im Kraftwerk Vockerode und der Gemeinde sind seither nie abgebrochen.

Zumal Norgel, der "immer dem christlichen Gedankengut verpflichtet" war, wie er sagt, wieder engeren Kontakt zur kirchlichen Arbeit fand. Und so stimmte er kurzentschlossen zu, als er gefragt wurde, ob er nicht im Gemeindekirchenrat seines Heimatortes mitarbeiten und seine Dessauer Erfahrungen einbringen wolle. Seit 2005 ist er nun schon Vorsitzender dieses Gremiums, gemeinsam haben sie, zu Beginn alles Neulinge, eine Menge bewegt.

"Ich fühle mich als Motor, als Ideengeber", erklärt er und, dass er noch zu jung sei, um die Hände in den Schoß zu legen. Norgel, der ein Kenner der Vockeroder Kirche und ihrer Geschichte ist, behagt es indes nicht so recht, im Vordergrund zu stehen. Doch an der Spitze steht er schon. Das mache er gut, sagt dann auch Vockerodes Ortsbürgermeisterin Renate Luckmann (SPD). Er hat die Türen der Kirche geöffnet, für die Menschen und für Dinge, die es in Vockerode lange nicht mehr gab. Touristen etwa finden in dem Mann, der auch als Gartenreichführer schon unterwegs war, einen verlässlichen Ansprechpartner, wenn sie die imposante neugotische Kirche sehen möchten.

Seit 2005 werden dort Konzerte veranstaltet. Norgel selbst ist wie viele der Gäste begeistert von der "herrlichen Akustik" und freut sich, dass sie so mutig waren, die Veranstaltungen auf den Weg zu bringen. In diesem Jahr soll es vier Konzerte, die sich finanziell selbst tragen müssen, geben. Wenn "unser Plan aufgeht", wie er sagt. Inzwischen wird in der Kirche wieder geheiratet, finden Trauerfeiern statt - beides auch für Atheisten.

Das Umfeld des Gotteshauses wurde verschönert, der Friedhof in Ordnung gebracht. Seit Jahresbeginn besteht zudem die Möglichkeit, sich auf der Urnenwiese bestatten zu lassen. Intensiviert werden konnten die Beziehungen der Kirchgemeinde zu einer in der hessischen Stadt Friedberg. "Als Pfarrer brauche ich Ansprechpartner vor Ort. Da ist es toll, wenn einer wie Gerd Norgel da ist. Er hat sich wunderbar eingebracht", sagt der Wörlitzer Pfarrer Thomas Pfennigsdorf, der auch für Vockerode zuständig ist.

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