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Waldstraße in Roßlau: „Das ist brutal und unmenschlich“

Die Unterkunft in der Waldstraße wird ab Montag bezogen.

Die Unterkunft in der Waldstraße wird ab Montag bezogen.

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Sebastian

Rosslau -

In die Gemeinschaftsunterkunft in der Roßlauer Waldstraße ziehen ab Montag minderjährige Flüchtlinge ein. Am gleichen Tag wollen sich Rechtsextreme vor dem Haus versammeln. Bei der Stadt sind bis März für jeden Montag an der Grundschule gegenüber Kundgebungen mit „Lichterspaziergängen“ angemeldet worden. Das bestätigte Carsten Sauer auf Nachfrage. Zudem liegen Anmeldungen für einen Infostand direkt vor dem Eingang der Unterkunft vor.

Das Dessau-Roßlauer Netzwerk „Gelebte Demokratie“ ruft deshalb bereits für Montag zu einer Protestkundgebung auf. Bisher hatte die Demo am Dienstag stattgefunden. Unter dem Motto „Lichter für Toleranz - Roßlau ist bunt und weltoffen“ treffen sich die Teilnehmer ab 16:30 Uhr auf dem Anhaltiner Platz.

Symbol der Menschlichkeit und Solidarität setzen

„In dem Heim werden Kinder und Jugendliche sein, die jetzt alleine sind, meist nicht wissen, wo ihre Eltern sind und furchtbare Dinge erlebt haben“, sagt Daniel Kutsche. „Sie haben Angst. Aus direkter Nähe werden am Montag fremdenfeindliche Hetzreden in ihre Richtung schallen. Das ist brutal und unmenschlich.“

Mit der Aktion will das Bürgerbündnis „gegen den zeitgleich stattfindenden Aufmarsch von Neonazis aus dem militanten Kameradschaftsspektrum und Rechtsextremisten aus dem NPD-Umfeld deutlich Position beziehen“. Bürger seien aufgerufen, ein Symbol der Menschlichkeit und Solidarität zu setzen. Am Montag sollen Lampions und Knicklichter mitgebracht werden, aber keine Fackeln. Vor Ort werden die Stadträte Frank Hoffmann (Die Linke) und Robert Hartmann (SPD) sprechen. Es ist ein kleines musikalisches Programm geplant.

Die Unterkunft wird ab kommender Woche als Jugendhilfeeinrichtung genutzt. Die ersten minderjährigen Flüchtlinge ziehen am Montag ein. Rund um die Uhr sind sowohl Betreuer als auch ein Wachdienst im Einsatz. Sozialdezernent Jens Krause hatte bereits am Donnerstag während der Beratung in dem Objekt deutlich gemacht: „Die Jugendlichen, die in der Einrichtung leben, sind traumatisiert, sie haben schlimme Erfahrungen hinter sich. Da muss sich jeder vernünftig überlegen, was er auslöst, wenn er vor dem Haus feindliche Parolen ruft.“ (mz/lga/sb)


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