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Streik: Rund 200 Lehrer bei Kundgebung in Dessau

Uhr | Aktualisiert 26.02.2013 21:11 Uhr
Um 8.15 Uhr trafen sich gestern etwa 200 Lehrer und Erzieher zu einer Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz.   (BILD: sebastian)
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In Dessau-Roßlau hatte die Gewerkschaft Lehrerinnen und Erzieherinnen aufgefordert, in der ersten und in der zweiten Stunde zu streiken. Rund 200 Teilnehmer haben dazu auch am Morgen an einer Kundgebung am Hauptbahnhof teilgenommen.
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Dessau/MZ

Die Antwort kam prompt und lautstark. Bis zu 200 Lehrer sowie pädagogische Mitarbeiter von Dessauer Grund- und Sekundarschulen, Gymnasien und Berufsbildenden Schulen haben am Dienstag für die erste und zweite Unterrichtsstunde ihre Arbeit niedergelegt und auf dem Bahnhofsvorplatz deutliche Signale im schwelenden Tarifstreit zwischen dem Land und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Richtung Magdeburg gesandt. „Wir wollen die Arbeitgeber unter Druck setzen“, sagte die Dessauer GEW-Kreisvorsitzende Irena Klack mit Nachdruck. Denn ein verhandelbares Angebot aus der Landeshauptstadt habe man noch nicht bekommen. 6,3 Prozent mehr Gehalt fordern die Pädagogen in der am 8. März beginnenden Tarifrunde. In den Augen von Gewerkschaftern eine berechtigte Forderung, nachdem für die Angestellten in den Kommunen im vergangenen Jahr eine durchschnittliche Lohnsteigerung von 6,24 Prozent erzielt wurde. Lehrer und pädagogische Mitarbeiter wollen als Angestellte des Landes nicht als Arbeitnehmer zweiter Klasse behandelt werden.

Weitere Streiks geplant

Lehrer

Vor dem Hauptbahnhof in Dessau trafen sich heute morgen streikende Lehrer.  (BILD: Sebastian)

Der Dienstag sollte nur der Auftakt für weitere Streiks sein. „Wir fahren am 5. März nach Magdeburg. Dann wird es einen ganztägigen Warnstreik geben“, kündigte Klack an. Das Echo der Landesregierung ist im Vorfeld der kommenden Tarifrunde ebenfalls nicht zu überhören. Erst in der letzten Woche forderte Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh mehr Engagement der Schulbediensteten bei der Integration von behinderten Schülern an Regelschulen. Inklusion nennt sich dieser Prozess. Klack, pädagogische Mitarbeiterin an der Grundschule in Ziebigk, kennt die Tücken der Praxis, was in der Theorie so verheißungsvoll klingt. „Wir sind für diese Anforderungen noch nicht ausgerichtet“, macht sie deutlich. So mangelt es den Lehrkräften an Fortbildung und genügend Zeit, um auf die vielen unterschiedlichen individuellen Bedürfnisse einzugehen. Zudem müssten dafür bestehende Schulstrukturen teilweise neu konzipiert werden.

Kaum Neueinstellungen an Schulen

Anfang dieser Woche verlautete es aus Magdeburg, dass eine Erhöhung der Arbeitszeit und größere Klassen in Erwägung gezogen werden. Schilder mit „Hände weg von der Arbeitszeit der Lehrer“ und „Keine Erhöhung der Pflichtstunden“ folgten am Dienstag als Antwort auf die Erwägungen der Landesregierung. Klack und die anderen Gewerkschafter sehen eine weitere Baustelle auch in der Altersstruktur der Lehrkräfte. „Es kann nicht angehen, dass Bedienstete mit Anfang 40 die jüngsten im Kollegium sind“, so Klack.

„Es geht um nichts weniger als unsere Kinder, unsere Zukunft“, so Johannes Krause vom DGB. „Ohne vernünftige Bedingungen können wir die Besten hier nicht halten“, warnt Henschke. Die Arbeitnehmervertreter kündigen einen „heißen Frühling“ an, bis ein vernünftiger Kompromiss steht. Für Schüler könnte das im aktuellen Halbjahr noch mehr Unterrichtsausfall bedeuten.

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