Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt

Handball: DRHV will in die 2. Bundesliga

Im Moment bejubeln die Spieler des Dessau-Roßlauer HV einzelne Siege, am Ende der Saison soll der Aufstieg in die 2. Bundesliga gefeiert werden.

Im Moment bejubeln die Spieler des Dessau-Roßlauer HV einzelne Siege, am Ende der Saison soll der Aufstieg in die 2. Bundesliga gefeiert werden.

Foto:

bösener

dessau -

Zur Zuschauerzahl vom Sonntagnachmittag gibt es noch immer unterschiedliche Angaben. Von 1146 über 1346 bis hin zu 1446 Zuschauern reicht die Angebotspalette des Spiels gegen den HSV Insel Usedom. Doch egal, welche Zahl nun auch die richtige ist: Diese bestärkt die Verantwortlichen des Dessau-Roßlauer HV. Wenn schon gegen das Schlusslicht der 3. Liga Nord so viele Zuschauer kommen, wie viele mögen es wohl sein, wenn der Verein in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga spielt?

Fristgerecht eingereicht

Den entsprechenden Lizenz-Antrag dafür wird der aktuelle Spitzenreiter der 3. Liga Nord bei der Handball-Bundesliga (HBL) einreichen und damit die Frist bis zum 1. März erfüllen. „Es ist erst einmal der Schritt, anzuzeigen, dass man aufsteigen möchte“, sagt DRHV-Präsident Ralph Hirsch, „das werden wir erst einmal tun. Um dann natürlich alle Vorschriften erfüllen zu wollen.“

Im Verein sind sich alle bewusst, dass der Aufstieg eine große Herausforderung wird - sportlich und vor allem wirtschaftlich. Den sportlichen Part scheint Trainer Uwe Jungandreas mit seinen Spielern erfüllen zu können. Seit neun Partien ist das Team mittlerweile schon wieder ungeschlagen und hat damit die Positivserie vom Saisonstart eingestellt, als der DRHV ebenfalls neun Spiele am Stück nicht verloren hatte. Bei noch neun Saisonspielen beträgt der Vorsprung auf Potsdam fünf und auf den SC Magdeburg II sechs Punkte. Gegen beide Konkurrenten tritt der DRHV noch zum Heimspiel an.

Kampf um wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die finanzielle Basis für den Gang in die 2. Bundesliga möchte Ralph Hirsch mit den weiteren Verantwortlichen im Verein schaffen: „Aktuell wird Tag und Nacht gekämpft, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, die nicht ohne sind. Es werden aber keine Bäume in den Himmel wachsen.“ Der DRHV-Präsident macht das auch an konkreten Zahlen fest: „Es gibt in der 2. Bundesliga Vereine, die haben einen Etat von 2,5 Millionen Euro. Davon müssen wir nicht träumen. Kleinere Teams gehen mit 650000 Euro in die Saison.“ Dessau-Roßlau wird sich eher an der unteren Grenze orientieren.

Eine konkrete Zahl kann Hirsch noch nicht nennen, spricht aber davon, dass der Verein eine Million Euro nicht ganz erreichen wird. „Das Ziel ist nicht, nur mal ein Jahr dort zu spielen. Wir wollen die 2. Bundesliga dauerhaft zurück, das hat Dessau verdient“, so der Präsident, „die Menschen sollen restlos vom Handball begeistert werden. Da sind wir auf einem guten Weg.“

Der Etat knapp unterhalb der einen Million Euro wird gerade in zahlreichen Gesprächen mit aktuellen und potenziell neuen Sponsoren zusammengetragen. „Es gibt bereits Sponsoren, die ihr Engagement für die kommende Saison erhöhen“, sagt Ralph Hirsch. Zudem können er und seine Mitstreiter davon profitieren, dass der Verein ab dem Sommer mit Hilfe von öffentlichen Geldern schuldenfrei sein wird. Beim eigentlichen Lizenzantrag, den der DRHV bis zum 31. März abgeben muss, wird dieser Posten also fehlen.

Liquiditätsstatus angeben

Während bis zum 1. März nur ein Formblatt mit der Absicht zum Zweitligaaufstieg abgegeben werden muss, sind in den restlichen Märztagen für den eigentlichen Antrag 50 Vorlagenseiten zu beachten. Der Verein muss dabei nachweisen, dass die kommende Saison ausfinanziert ist. „Es gibt dabei zahlreiche Richtlinien zu erfüllen“, berichtet Hirsch. So zum Beispiel einen Liquiditätsstatus, der vor der Saison gegeben sein muss.

Während der Saison unterzieht die Handball Bundesliga GmbH alle Vereine noch einmal einer Überprüfung, um mögliche Insolvenzen zu vermeiden. „Wir bereitet die Sachen im Moment vor“, sagt der DRHV-Präsident, der auf dem Weg in die 2. Bundesliga auf drei Säulen setzt: die sportliche Leistung, die Wirtschaftlichkeit und die Begeisterung der Zuschauer. Sportliche Leistung sowie Begeisterung stimmen und sollen auch der dritten Säule Stabilität geben. (mz)