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Mitteldeutsche Zeitung | Handball-3.LIGA: Zwei Vereine, ein Problem
19. June 2014
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Handball-3.LIGA: Zwei Vereine, ein Problem

Jens Werner (l.) und Manfred Breu

Jens Werner (l.) und Manfred Breu werden wohl in der Vorbereitung an der Linie des DRHV stehen.

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bösener

Unruhe? Stress? Andreas Auerbach, Präsident der HG 85 Köthen, sitzt auf seiner heimischen Terrasse, hat die Beine ausgestreckt und schmunzelt. „Ich lasse mir Zeit. Keine Panik.“ Vor ein paar Tagen hat Auerbachs Trainer Bode Kreutzmann hingeworfen. „Aus persönlichen Gründen.“ Der Manager aber zuckt nur mit den Schultern. „Die HG 85 Köthen gehört wieder zu den Top-Vereinen in Sachsen-Anhalt, da werde ich schon einen guten Trainer finden.“

Warten auf Breus Rückkehr

20 Kilometer entfernt sitzt Thomas Zänger, der Präsident des Dessau-Roßlauer HV, in seinem Büro. Wo der neue Trainer bleibt? „Ich weiß ja, dass das derzeit die interessanteste Frage ist“, sagt Zänger - und will doch weiter um Geduld bitten. „Am Freitag kommt Manfred Breu aus dem Urlaub. Dann werden wir entscheiden.“ Breu ist Sportlicher Leiter des Vereins und ist gerade vier Wochen lang durch die USA getourt.

Zehn Wochen vor dem Start in die neue Drittliga-Saison 2014/15 haben der Dessau-Roßlauer HV und die HG 85 Köthen eines gemeinsam: Beide Vereine stehen ohne Trainer da. Und beide Vereine versuchen daraus kein großes Aufheben zu machen.

„Wir haben noch bestimmte Dinge zu klären“, sagt Zänger, ohne konkreter zu werden. Kein Wunder: Noch immer stockt das Schuldenbereinigungsverfahren. Doch ohne dass die alten finanziellen Risiken beseitigt sind, will der Verein keine neuen eingehen. Zwar gibt es einen Wunsch-Kandidaten, sind die Verhandlungen auch schon relativ weit gediehen. „Es kann aber durchaus sein“, erklärt Zänger, „dass wir in die Saisonvorbereitung mit Manfred Breu und Jens Werner an der Linie starten.“ Beide hatten im Februar dieses Jahres das Traineramt vom glücklosen Sven Liesegang übernommen und mit dem Verein den Klassenerhalt in der dritten Liga geschafft. Werner ist seit ein paar Wochen als Jugendkoordinator beim Dessau-Roßlauer HV angestellt.

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In Köthen ist Auerbach noch auf der Suche. „Der neue Trainer muss einen eigenen Stil haben“, sagt Auerbach. „Ich will, dass sich mehr Führungsspieler herauskristallisieren. Das muss ein Trainer herausholen, Spieler orientieren sich am Trainer.“ Vielleicht war ihm Bodo Kreutzmann zu unscheinbar. Und vielleicht ist Andreas Auerbach deshalb nicht traurig über den Rücktritt.

Weiter als Köthen ist Dessau-Roßlau in jedem Fall in Sachen Kader-Zusammenstellung. Mit den beiden Tschechen Marek Vanco und Radek Sliwka und dem jungen Spielmacher Franz-Josef Breu stehen drei Neuzugänge fest. Ein Torwart wird noch gesucht - ein Kontakt besteht. Im Juli soll der Kandidat noch mal zu einem Probetraining und zu einer Untersuchung beim Dessau-Roßlauer Mannschaftsarzt kommen - und im besten Fall gleich bleiben. „Die Tickets sind gebucht und verschickt“, lässt sich Zänger entlocken. Wer da von wo eingeflogen kommt, bleibt ein Geheimnis? Nach MZ-Informationen gibt es Kontakte nach Spanien.

In Köthen ist ungleich mehr zu tun. Kreisläufer Paul Otto hat sich mit seiner Freundin nach Berlin verabschiedet. Spielmacher Danny Friedl, immerhin bester Torschütze in der Aufstiegssaison, zieht es für ein Jahr nach Neuseeland. „Friedl war mit dem Herzen nie richtig in Köthen angekommen“, sagt Auerbach und verbreitet trotz des kleinen Kaders Gelassenheit. Der Manager erinnert an Spielzeiten, in denen zum ersten Training nur sechs Spieler da waren. Und er erinnert daran, dass er bis zum ersten Spieltag immer für einen schlagkräftigen Kader gesorgt hatte. „Das wird auch am 30. August dieses Jahres so sein“, sagt Auerbach. „Ich will noch fünf bis sechs Spieler holen. Ich bin in meinem Plan.“

Leipziger Talent kommt

Mit dem Leipziger Talent Sebastian Greß ist ein Name fix. Der 19-jährige Rückraumspieler von der DHfK Leipzig bekommt ein Doppelspielrecht für die HG 85 Köthen. „Mit zwei weiteren habe ich schon die Hände geschüttelt“, sagt Auerbach. „Da fehlen nur noch die Unterschriften.“ Etwas Zeit ist ja noch. Beide Vereine können diese grad gut gebrauchen.

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