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Handball-3. Liga: Dessau-Roßlauer HV in neuer Besetzung

Federico Sincich

Federico Sincich wird in der kommenden Saison nicht mehr für die Dessau-Roßlauer HV in der 3. oder vielleicht sogar 2. Liga spielen.

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Hartmut Bösener

Dessau -

Federico Sincich bat noch einmal um Nachsicht. „Entschuldige für mein Deutsch“, sagte der Spanier, „ich lerne seit anderthalb Jahren, aber ich kann es noch besser machen.“ Im Sommer 2014 wechselte der Torhüter von Escubal Badajoz zum Dessau-Roßlauer HV, stand seitdem für den Drittligisten zwischen den Pfosten und paukte fleißig Deutsch. Der heute 25-Jährige spricht die ihm damals fremde Sprache mittlerweile gut. Hier und da hapert es am Satzbau, aber man versteht ihn. Ab Sommer wird Sincich jedoch nicht mehr in Dessau lernen und spielen, sein Vertrag wird nicht verlängert.

Der Torhüter ist der dritte feststehende Abgang. Nachdem bereits zu Beginn des Jahres Kapitän Robert Lux erklärt hat, dass er seine Karriere beenden wird, gab der DRHV im Laufe der vergangenen Woche auch bekannt, dass Mittelmann Marco Hüls seinen Vertrag auf eigenen Wunsch zum Ende der laufenden Saison beendet.

Hüls möchte „Verein treu bleiben“

„Das ist natürlich schade“, sagte Hüls am Rande des Peugeot-Cups, der am Sonntag in der Dessauer Anhalt-Arena stattfand, „aber meine berufliche Situation wäre der Situation nicht förderlich und würde Einsätzen in der 3. oder vielleicht sogar 2. Liga entgegenstehen.“ Seit 2012 steht der 25-Jährige, der damals vom SC Magdeburg kam, für den Dessau-Roßlauer HV auf der Platte. „Ich würde dem Verein gerne weiterhin treu bleiben“, sagt Marco Hüls.

Für den Rückraumspieler besteht die Option, in der zweiten Mannschaft zu spielen. „Aber dafür muss ich erst noch einmal das Gespräch mit Steffen Tiede (Trainer DRHV II; Anm. d. Red.) suchen“, erklärte Hüls.

Die Situation bei Federico Sincich ist eine gänzlich andere. Der Vertrag des Torhüters wird von Vereinsseite aus nicht verlängert. Für Sincich keine einfache Situation. „Es geht mir damit nicht sehr gut“, gab er unumwunden zu. Die Trennung hatte sich in den letzten Monaten angedeutet, der Keeper mit der Nummer eins auf dem Rücken verlor eben jenen Status an Phil Döhler. „Wenn du spielst, hast du immer Lust, wenn nicht, geht es dir nicht so gut“, meinte Sincich, „und ich spiele nicht viel.“ Der Spanier ist Profi. „Und ich muss mich auch so verhalten“, sagt er, „gut trainieren und wenn ich spiele, mein Bestes geben.“

Für Marco Hüls und Federico Sincich steht im Sommer eine Veränderung an. In einem sind sich beide aber jetzt schon einig: „Besser als mit einem Aufstieg“, meint Hüls lächelnd, „könnte man sich hier nicht verabschieden.“ Zumal „das das Ergebnis unserer Arbeit wäre“, sagte der Rückraumspieler, „wir haben keine teuren Spieler geholt, sondern uns das als Mannschaft gemeinsam mit Uwe (Jungandreas, Trainer des DRHV; Anm. d. Red.) erarbeitet.“ Auch Sincich erklärt: „Schöner, als hier noch aufzusteigen, würde es nicht gehen.“

Sincich will in Deutschland bleiben

Die Zeit beim Dessau-Roßlauer HV wird für Federico Sincich im Sommer enden, in Deutschland soll es für den Torhüter allerdings nach Möglichkeit weitergehen. „Ich würde gerne hier bleiben“, sagt er, „aber wie es genau weitergeht, weiß ich noch nicht.“

Einige Gerüchte hat der Torhüter zwar schon gehört, „aber ich habe ja noch Zeit für eine Entscheidung“, sagt er. Lächelnd, in gut verständlichem Deutsch. Ganz sicher: Federico Sincich wird seine Sprachkenntnisse weiter verbessern - nur mit Unterricht an anderer Stelle. (mz)