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Handball - 3. Liga: DRHV braucht dringend einen neuen hauptamtlichen Coach

Marco Hüls (am Ball)

Der angeschlagene Marco Hüls (am Ball) sah bei der 25:26-Niederlage in Bernburg die Rote Karte.

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Bösener

Dessau-Roßlau -

Fünf Niederlagen nach sieben Spieltagen, zwei verlorene Derbys, der zwölfte Tabellenplatz - Thomas Zänger redet nicht lange um den heißen Brei herum. „Den Saisonstart“, sagt der Präsident des Dessau-Roßlauer HV, „hätte ich mir besser vorgestellt.“

Einen einstelligen Tabellenplatz hatte der Handball-Drittligist bei der Auftaktpressekonferenz Ende August als Saisonziel ausgegeben. Angesichts der erfolgreichen Vorbereitung kam Euphorie auf. Inzwischen herrscht eher Ernüchterung. Wenngleich Thomas Zänger meint: „Vielleicht sollten wir nicht zu viel auf einmal erwarten.“

Das i-Tüpfelchen fehlt

Der DRHV-Präsident spricht mit Blick auf die bisher gezeigten Leistungen seines Teams aber von „Reserven“. Stellt sich die Frage, wie diese aus der neu formierten Mannschaft herausgekitzelt werden können. Zänger gibt eine Antwort: „Die Situation, dass wir noch keinen hauptamtlichen Trainer präsentieren konnten, ist unglücklich.“ Bei den vergangenen Auftritten des DRHV hätte das i-Tüpfelchen gefehlt, so der Präsident. Ob das ein neuer Mann an der Seitenlinie bringen kann? „Davon gehe ich aus“, sagt Zänger.

Das soll aber nicht als Vorwurf gegenüber Manfred Breu verstanden werden, der ja eigentlich „nur“ den Posten als Sportlicher Leiter des Vereins bekleiden sollte und den Trainerjob beim Drittliga-Team quasi ehrenamtlich ausübt. „Manni macht das Beste aus der Situation“, zollt Zänger dem erfahrenen Handball-Routinier Respekt. Trotzdem bleibt es dabei: Der DRHV möchte so schnell wie möglich einen neuen hauptamtlichen Coach präsentieren.

Uwe Jungandreas, der bereits seit mehreren Wochen im Gespräch ist, saß bei der unglücklichen 25:26-Niederlage in der Bernburger Bruno-Hinz-Halle erneut auf der Zuschauertribüne. In Kombination mit den Worten von Präsident Zänger („Wir sind uns mit einem Kandidaten im Wesentlichen handelseinig. Wahrscheinlich werden wir bald etwas verkünden können und die Öffentlichkeit informieren“) ist eine Verpflichtung des 52-jährigen Trainers weiter möglich. Auf den Namen Uwe Jungandreas angesprochen, sagt Thomas Zänger jedenfalls: „Das wäre keine Überraschung.“ Woran die Verpflichtung bislang scheitert, was oder wer schuld ist am Hin und Her, ließ er offen.

Auch wenn Zänger mit dem Saisonstart nicht vollends zufrieden ist, die Neuzugänge würden sich aber wie erwartet entwickeln. „Sie kommen aus einem völlig neuen Umfeld, müssen sich erst integrieren“, sagt Zänger beispielsweise über die Tschechen Marek Vanco und Radek Sliwka.

Noch keine Dramatik

Auch die augenscheinliche Auswärtsphobie - auf fremdem Parkett wurde bislang viermal verloren - bereitet ihm noch keine Sorgen. „Da sehe ich noch keine Dramatik, irgendwann werden wir diesen Bann brechen“, sagt der Präsident, „wir haben unser Leistungsvermögen abgerufen und uns nicht abschlachten lassen.“ Die Niederlagen gegen Leipzig (26:27) und am Sonnabend in Bernburg (25:26) waren in der Tat knapp. Die von Zänger angesprochenen Reserven, „die werden gerade bei diesen knappen Ergebnissen deutlich“. (mz)