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Dessau-Roßlauer HV: Training hat Vorrang vor EM

Tomas Pavlicek (mit Ball) war im Hinspiel gegen den HSV Hannover mit zehn Treffern der beste Torschütze.

Tomas Pavlicek (mit Ball) war im Hinspiel gegen den HSV Hannover mit zehn Treffern der beste Torschütze.

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Bösener

Dessau -

Das Handballinteresse ist in den vergangenen Tagen wieder gestiegen. 5,6 Millionen Zuschauer wollten am Mittwochabend das EM-Spiel Deutschland gegen Dänemark sehen und wurden - aus deutscher Sicht - nicht enttäuscht. Nicht jeder hatte das Glück und kam in den Genuss, das Spiel auch live sehen zu können. Die Spieler des Dessau-Roßlauer HV mussten etwa bei einer Trainingseinheit in Vorbereitung auf ihr nächstes Drittligaspiel schwitzen. Uwe Jungandreas schaute sich das deutsche Spiel deshalb dann erst am späten Abend an. „Wenn ich nur 23 Tore gegen Dänemark bekomme, dann ist das schon Weltklasse“, sagte der DRHV-Trainer.

Aus seiner Sicht war mit diesem bisherigen Auftreten des deutschen Teams nicht unbedingt zu rechnen gewesen: „Auf der einen Seite überrascht es mich, aber auf der anderen Seite war es auch absehbar. Die gute Nachwuchsarbeit des DHB zahlt sich jetzt aus, ich hätte aber erst in zwei Jahren damit gerechnet.“ Vor allem die Tatsache, dass im Vorfeld und auch während des Turniers in Polen Leistungsträger ausgefallen waren, hätte nicht unbedingt darauf schließen lassen, dass das Team am Freitagabend im Halbfinale gegen Norwegen antreten würde.

Hütet Sincich den Kasten?

So schön diese Partie für den die deutschen Handballfans ist, so verhindert die Anwurfzeit um 18.30 Uhr erneut, dass Spieler und Trainer des Dessau-Roßlauer HV die Partie live sehen können. „Da sind wir leider mit der Hallenzeit nicht variabel genug“, sagt Uwe Jungandreas. Mit seinem Team muss er in den Einheiten am Donnerstag und Freitag jeweils in die Roßlauer Elbe-Rossel-Halle ausweichen, da die eigentliche Heimspielstätte, die Anhalt-Arena, für den Allianz-Cup am Wochenende vorbereitet wird. Die Qualität der Vorbereitung des DRHV auf die Drittligapartie beim HSV Hannover wird das aber nicht beeinträchtigen. „Wir werden gut vorbereitet nach Hannover fahren“, sagt Uwe Jungandreas.

Ob Federico Sincich dann im Bus sitzen wird, entscheidet sich erst kurzfristig. Der Torwart meldete sich am Donnerstag mit einem steifen Hals vom Training ab. Sollte er bis zum Sonnabend nicht fit werden, würde Andreas Sprecher als zweiter Torwart mitfahren. Der Rest des DRHV-Teams hat den Peugeot-Cup sowie die Trainingswoche gut überstanden und wird am Sonnabend um 19.30 Uhr die nächsten zwei Punkte holen wollen.

EM-Spiel am Sonntag als Ausklang

Dass das kein Selbstläufer wird, musste erst am vergangenen Wochenende die Reserve des SC Magdeburg erfahren, die nur knapp mit 28:26 gegen den Tabellendreizehnten gewinnen konnte. „Das Spiel in Magdeburg war gut für die Moral, aber nicht für unser Punktekonto“, sagt Hannovers Trainer Stephan Lux. „Wir werden mit einer Leistung wie in Magdeburg eine Chance haben und uns intensiv auf unser Heimspiel vorbereiten. Einen Punktgewinn können wir gegen den Spitzenreiter nicht erwarten, aber anstreben.“

Gegen den DRHV muss Lux verletzungsbedingt auf Linksaußen Kevin Klages und Rückraumspieler Hendrik Benckendorf verzichten. Zudem lief es zuletzt zu Hause auch nicht so gut: Gegen die Reserve der SG Flensburg-Handewitt gab es vor knapp zwei Wochen eine deutliche 24:38-Niederlage. „Die wollen sich für diese Heimniederlage sicherlich rehabilitieren“, sagt Uwe Jungandreas, „auswärts kann man auch nicht von einem klaren Erfolg ausgehen.“ Mit einem Sieg lässt sich aber auf jeden Fall das letzte deutsche Spiel bei der EM am Sonntag entspannter schauen. Da hat der Dessau-Roßlauer HV diesmal nämlich kein Training. (mz)


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