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Dessau-Roßlauer HV: Testspiel statt Frühstück

Robert Lux

Ein oft gesehenes Bild in den vergangenen Jahren: Robert Lux setzt zum Wurf in der Anhalt-Arena an.

Foto:

Hartmut Bösener

Dessau -

Nach gut 15 Minuten hatte Robert Lux erstmals das Feld verlassen. Für ein paar Sekunden blieb der Kapitän des Dessau-Roßlauer HV hinter der Spielerbank stehen, schüttelte den Kopf und schnaufte kurz durch. Erst nach einem kurzen Gespräch mit Trainer Uwe Jungandreas setzte sich Robert Lux dann auch auf seinen Platz und verfolgte die restliche erste Halbzeit im Spiel gegen den HSV Bad Blankenburg von dort aus. Es war eins dieser typischen Vorbereitungsspiele an einem Samstagvormittag in der Anhalt-Arena - für Robert Lux eines von vielen, aber auch eines der letzten.

Nach dieser Saison ist für ihn Schluss, der 35-jährige Rückraumspieler wird seine Karriere beenden. Ob er am Samstagvormittag daran dachte, als er das Parkett betrat? Robert Lux verneint: „Ich sehe das eigentlich sehr entspannt und denke nicht daran, dass das alles irgendwie zum letzten Mal ist.“ Doch Robert Lux weiß, dass dieser Punkt im Laufe der Saison kommt, da der Abschied kurz bevorsteht. „Kurz vor dem Ende der Saison zähle ich bestimmt die Spiele.“

Doch seit der vergangenen Woche läuft erst einmal die Vorbereitung auf den zweiten Teil der aktuellen Drittligasaison. Der DRHV ist derzeit Tabellenführer der Staffel Nord, hat eine sehr gute erste Saisonhälfte gespielt, auch durch Robert Lux. Ende des vergangenen Jahres hatte der Verein dann die Gespräche mit den Spielern gesucht, die neue Saison muss geplant werden. Der Kapitän des DRHV wusste zu diesem Zeitpunkt schon, dass es eine Spielzeit ohne ihn sein wird. „Mit Beginn der Saison war klar, dass es wahrscheinlich meine letzte Saison sein wird“, sagt er, „in den Gesprächen wollte ich das auch ehrlich sagen, der Verein muss ja auch planen.“

Robert Lux ist auch ehrlich, wenn er sagt, dass er sich auf die Zeit ohne Handball freut. „Dann hat meine Familie zu Hause auch einmal mehr von mir“, erzählt er mit einem Lächeln, „heute habe ich den Frühstückstisch gedeckt und bin dann zum Spiel gefahren.“ Um 10.30 Uhr erfolgte am Sonnabend in der Anhalt-Arena bereits der Anwurf, 9.15 Uhr traf sich die Mannschaft. Noch gehört das zum Alltag für Robert Lux, er kennt es seit Jahren nicht anders. Dass sein Ende als Handballspieler sehr nah ist, merkte man gegen den HSV Bad Blankenburg nicht, auch wenn die erste Hälfte gegen den Drittligisten aus der Staffel Ost nicht zufriedenstellend verlief. „Dafür war es eine schöne Steigerung in der zweiten Halbzeit“, so Lux.

In der gab es für ihn diesmal noch weniger Spielanteile. Uwe Jungandreas ließ die offensive Deckungsvariante mit den kleinen Leuten spielen. Und auch im Angriff war Robert Lux dann nur noch Teilzeitarbeiter, gab ab der 45. Minute nur noch Anweisungen von der Bank. „Solche Testspiele sind wichtig, da kannst du mehr üben als in Trainingseinheiten“, erzählt er nach dem Spiel.

Auch wenn die Pause über Weihnachten relativ überschaubar war, so gilt es, die Abläufe in Angriff und Deckung wieder reinzubekommen, mögliche neue Varianten können unter Wettkampfbedingungen getestet werden. Auch für einen so erfahrenen Spieler wie Robert Lux sind solche Testspiele wichtig. Dass es die letzten in seiner Karriere sind, dessen ist er sich bewusst, lässt den Gedanken daran aber nicht zu. Viel mehr hat der DRHV-Kapitän den Start der Punktspiele vor Augen: „Es wird hoffentlich eine erfolgreiche Saison.“ Aktuell würde sie mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga enden. Und das ist selbst für Robert Lux noch einmal ein großes Ziel. (mz)