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Mitteldeutsche Zeitung | Dessau-Roßlauer HV: Abgeklärt und zielstrebig
14. February 2016
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Dessau-Roßlauer HV: Abgeklärt und zielstrebig

Auch in Oranienburg waren zahlreiche DRHV-Fans dabei.

Auch in Oranienburg waren zahlreiche DRHV-Fans dabei.

Oranienburg -

Die Frage nach dem Aufsteiger? Für Christian Pahl ist die schon längst beantwortet. „Es gibt keinen anderen als Dessau-Roßlau, ich glaube das ist schon geregelt“, sagte der Trainer des Oranienburger HC. Gerade hatte er mit seiner Mannschaft eine 22:28-Heimniederlage einstecken müssen. „Völlig zurecht“, wie nicht nur Pahl erkannte, „Dessau hat das Spiel über 60 Minuten beherrscht und ist sehr dominant aufgetreten.“ So dominant, dass sogar Uwe Jungandreas nach dem Schlusspfiff viele lobende Worte fand: „Die Defensive inklusive Torhüter war heute sehr gut“, sagte der DRHV-Trainer, um wenig später sogar noch das Attribut „exzellent“ hinzuzufügen.

DRHV-Törhüter als doppelter Torschütze

Für große Lobeshymnen ist Jungandreas nicht bekannt, aber nach dem Spiel in Oranienburg kam auch er nicht drumherum, die Leistung seiner Mannschaft anzuerkennen. Die hatte insbesondere in den ersten knapp 20 Minuten sehr gut verteidigt. Lediglich vier Gegentore ließen seine Spieler zu. Würfe wurden geblockt oder vom erneut sehr gut aufgelegten Phil Döhler gehalten. Der DRHV-Torhüter konnte sich zudem - wie schon im Spiel gegen HSV Hannover - als doppelter Torschütze feiern lassen. Lief es beim Spitzenreiter der 3. Liga Nord vor 850 Zuschauern in der Oranienburger MBS-Arena in der Offensive noch nicht so rund, so war Döhlers erster Treffer zum 4:2 so etwas wie die Initialzündung.

Oranienburg nahm in Unterzahl den Torwart raus und brachte dafür einen zusätzlichen Feldspieler. Eine Taktik, die zu keinem Zeitpunkt des Spiels aufgehen sollte. Immer wieder entschärfte die Dessau-Roßlauer Abwehr die Würfe oder erzielte nach technischen Fehlern der Gastgeber im Schnellangriff eigene Tore. Nach 18 Minuten lag der DRHV mit 11:4 in Führung und hatte den Gegner im Griff. Und das so gut, dass der mit einer Erkältung in die Partie gegangene Tomas Pavlicek kurz darauf nach einem verwandelten Siebenmeter zum 12:5 vom Feld durfte. Tom Hanner bekleidete die Rechtsaußenposition in der Folge und sollte eine seiner besten Leistungen im DRHV-Trikot zeigen.

Auf drei Tore brachte es der Leipziger bis zur Pause, in welche sein Team mit einer 16:10-Führung ging. Im Hinspiel wechselten beide Teams beim Stand von 17:10 für den DRHV die Seiten und der Oranienburger HC wurde im zweiten Abschnitt noch einmal richtig gefährlich. „Da sind wir an unserer eigenen Courage gescheitert“, sagte Christian Pahl, „diesmal haben wir zu viele Fehler gemacht.“

Kurz nach dem Seitenwechsel hatte sein Team den Rückstand auf 12:16 verkürzen können, der DRHV fünf Minuten kein Tor erzielt. Doch Phil Döhler hielt in diesen Phasen die Bälle und vorne erhöhte der DRHV den Vorsprung wieder. Die Mannschaft um Florian Pfeiffer ließ sich wieder einmal nicht aus der Ruhe bringen. Der Spielmacher kennt den Grund dafür: „Seit dem Sieg im Magdeburg-Spiel treten wir auswärts verbessert auf. Im Moment sind wir in der Phase, dass wir unseren Stiefel runterspielen.“ Pfeiffer selbst hatte in Oranienburg nicht seinen besten Tag, brachte es nur auf zwei Tore, aber wusste auch hier, warum: „Die Gegner sind mittlerweile gut auf uns eingestellt, da müssen wir uns etwas neues einfallen lassen“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

In Oranienburg waren seine Tore diesmal auch nicht ganz so wichtig. Insgesamt neun DRHV-Spieler konnten sich beim 28:22 in die Torschützenliste eintragen. Der Dessau-Roßlauer HV tritt als geschlossene Mannschaft auf, wirkt sogar noch reifer als in der Hinrunde. Eine Entwicklung, die auch Uwe Jungandreas nicht verborgen geblieben ist: „Anders als vor Weihnachten wirkt das jetzt noch zielstrebiger.“ Das Team kommt dem Ziel Aufstieg immer näher. (mz)

DRHV: Döhler (2), Sprecher, Pavlicek (6/4), Hensen, Donath (1), Vanco (5), Lux (3), Sliwka (3), Pfeiffer (2), Krug, Hoffmann, Schmidt, Hüls (1), Hanner (5)