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Mitteldeutsche Zeitung | Handball - 3. Liga: Dessau-Roßlau vor Operation Pflichtsieg
25. September 2014
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Handball - 3. Liga: Dessau-Roßlau vor Operation Pflichtsieg

Andreas Sprecher (2.v.r.) im Kreise des DRHV-Teams auf dem Parkett: Diesen Anblick soll es so eigentlich nicht mehr zu sehen geben.

Andreas Sprecher (2.v.r.) im Kreise des DRHV-Teams auf dem Parkett: Diesen Anblick soll es so eigentlich nicht mehr zu sehen geben.

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Storch

dessau -

Wie organisiert man sich einen Pflichtsieg? Manfred Breu versteht die Frage nicht. „Du gehst nicht anders als an jedes andere Spiel heran“, sagt der Trainer des Dessau-Roßlauer HV, „der einzige Unterschied ist, dass du diesmal gewinnen musst.“

Vier Spieltage sind in der neuen Saison der 3. Liga Ost absolviert. Dreimal ist der DRHV dabei als Verlierer vom Feld gegangen. Ein oder gar zweimal zu viel, tönt es bereits aus der Ecke der härtesten Kritiker. Doch Manfred Breu ficht das nicht an. „Lassen wir einfach mal die Kirche im Dorf und schauen, gegen wen wir gespielt haben“, versucht Breu eine Einordnung, „Ich wette einiges, dass Dresden und Magdeburg am Ende zu Hause nahezu ungeschlagen sein werden. Das sind Topteams.“

Genau diese Einschätzung aber trifft nicht auf den Northeimer HC zu, der am Sonntag (Anpfiff 17 Uhr) in der Anhalt-Arena gastieren wird. Der Aufsteiger ist mit 0:8 Zählern in die Saison gestartet. Nach dem Abpfiff am Sonntag in Dessau sollen da zwei weitere Minuspunkte hinzukommen.

"Aggressiv angehen"

„Ich habe mir zwei Spiele der Mannschaft auf Video angesehen“, erklärt Breu, „und das Dümmste, was man machen kann, ist nicht mit hundert Prozent gegen sie zu spielen.“ Denn Northeim mag zwar noch ohne Erfolgserlebnis sein, Potenzial steckt trotzdem genug in diesem Team.

Nach zweimal Rang zwei in der Oberliga Niedersachsen hat sich der Verein in diesem Frühjahr als Meister den Aufstieg in die 3. Liga gesichert. „Sie haben im Rückraum etwas zu bieten“, hat Manfred Breu die Videos analysiert. Dabei sind ihm vor allem Jan-Niklas Falkenhain und Kai Effler aufgefallen. „Beide werden wir aggressiv angehen müssen“, glaubt Breu, der im Gegenzug seine eigene Rückraumwaffe auspacken möchte. „Northeim kennt Robert Lux noch nicht, das ist immer ein Vorteil.“ Einer aber, der eben auch ausgespielt werden muss.

Denn genau hier liegt die Krux der Situation: Zu wissen, dass man mit mehr Potenzial auf das Feld läuft, bedeutet nicht, diesen Vorteil spielerisch und taktisch auch automatisch umzusetzen. „Wenn sich einer versucht, vor eigenem Publikum zu profilieren, geht das schnell nach hinten los“, sagt Breu und verlangt deshalb wie immer: „Den Ball schnell laufen lassen und den besser Postierten suchen und finden.“

Lange Extrapause

Nicht mehr finden lassen wird sich nach seiner schweren Knieverletzung Chris Alisch. Dafür hat Daniel Schmidt signalisiert, fit zu sein. Am Donnerstag stieg zudem Christian Hoffmann nach zwei Wochen Krankheit in das Training ein - das Duo Hoffmann/Sincich ist wohl zurück zwischen den Pfosten. Freude herrscht im Team auch über das Comeback von Daniel Holtz, auch wenn ein Einsatz in der 3. Liga noch zu früh kommt. „Wir wollen ihn“, sagt Breu, „über die Reserve aufbauen.“ Der Rest des Teams aber steht zur Verfügung. Die lange Extrapause zwischen dem Freitagspiel in Magdeburg und dem Heimspiel am Sonntag hat für Erholung gesorgt.

Mit dem erhofften zweiten Saisonsieg wollen die Dessau-Roßlauer auch Schwung holen für die dann folgenden beiden schweren Auswärtsderbys in Leipzig und Bernburg. „Es ist natürlich kein Wunschkonzert“, weiß Manfred Breu und gibt trotzdem eine Prognose für den Sonntag ab. „Wir werden das Ding gewinnen.“ (mz)