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Riekchen in Dessau: Umweltamt: Runter mit den Dezibel

Riekchen

Am Dienstagabend hatte das städtische Umweltamt im „Riekchen“ vor interessiertem Publikum über das Erreichte und die Pläne gegen die Minderung des Verkehrslärms in der Stadt gesprochen.

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Lutz Sebastian

DESSAU/MZ -

Die Europäische Union will dem Lärm an den Kragen und das schon seit Jahren. Eine EU-Vorschrift zur Umgebungslärmrichtlinie und eine Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes geben auch auf kommunaler Ebene Anlass zum Handeln. Im Auftrag der Stadt Dessau-Roßlau hat ein Leipziger Ingenieurbüro Lärmkartierungen des Stadtgebietes vorgenommen. „Dabei haben wir die wichtigsten Verkehrsstraßen mit einer Belastung von drei Millionen und mehr Fahrzeugen pro Jahr, beziehungsweise mindestens 8.200 Fahrzeugen pro Tag untersuchen lassen“, erklärte Frank Kniestedt, der zuständige Sachbearbeiter des städtischen Umweltamtes auf einer Informationsveranstaltung.

Ins Gartenlokal Riekchen unweit vom Schillerpark hat das Dessau-Roßlauer Umweltamt Interessierte geladen, um über den aktuellen Stand der Lärmaktionsplanung zu informieren. Mit diesem sperrigen Begriff werden die Bemühungen der Stadt zusammengefasst, den Lärm auf den Hauptverkehrsadern zu mindern. Auch nach wissenschaftlicher Empfehlung des Umweltbundesamtes hat sich die Verwaltung das Ziel gesetzt, überall im Stadtgebiet die Grenzbelastung durch Lärm am Tag auf unter 65 Dezibel zu drücken, in der Nacht auf unter 55 Dezibel. Bis zu 2800 Bewohner sind von einer regelmäßigen Überschreitung dieser Werte betroffen. Bereits 2009 hat der Stadtrat die erste Stufe der Lärmaktionsplanung beschlossen.

„Wichtige Projekte sind aber noch offen“

Einige Vorhaben konnten seitdem umgesetzt werden. „Mit der vor vier Jahren fertiggestellten Heinrich-Deist-Straße haben wir die Westtangente geschlossen und konnten die Albrechtstraße als Bundesstraße erheblich entlasten“, erläutert Frank Kniestedt. Bis zu zwei Dezibel weniger Belastung soll das langfristig bringen. Die Umgestaltung der Albrechtstraße mit dem Rückbau einer durchgehenden Fahrspur stadteinwärts und dem Aufbringen einer lärmmindernden Asphaltschicht bei der letzten Fahrbahnsanierung haben nach Aussage des städtischen Umweltamtes noch einmal den Lärmpegel um vier Dezibel gesenkt. In Ziebigk sorgt der Verkehrsknoten an den Sieben Säulen, wo ein Kreisverkehr die Ampeln ersetzt, für eine Lärmentlastung von bis zu drei Dezibel. Zudem bringt ein Asphaltüberzug in Straßenzügen des Theaterviertels und in der Berliner Straße in Roßlau gegenüber Kopfsteinpflaster eine Entlastung von sechs Dezibel.

„Wichtige Projekte sind aber noch offen“, betont Kniestedt. Dazu gehört der Neubau der zweiten Muldebrücke und der Ringschluss Nord mit der Fertigstellung der Ostrandstraße. „Wenn dieses Vorhaben umgesetzt ist, dann werden Nord und die Innenstadt erheblich entlastet.“ Denn unter anderem mit Karlstraße, Schlachthofstraße und Kavalierstraße befinden sich viele der lärmintensivsten städtischen Verkehrsadern mit hoher Bevölkerungsdichte in diesem Gebiet.

Auch der Stadtteil Roßlau ist zum Teil sehr intensiv von Verkehrslärm betroffen, wo die Richtwerte von 65 Dezibel am Tag und 55 Dezibel in der Nacht erheblich überschritten werden. Die Luchstraße und die Magdeburger Straße sind hier exemplarisch. Mit einer Teilortsumgehung Roßlau sollen die Probleme hier langfristig gelöst werden. Wenn das Projekt, derzeit im Planfeststellungsverfahren, realisiert wird, versprechen sich die städtischen Planer eine erhebliche Entlastung. „Die Teilortsumgehung Roßlau würde den täglichen Verkehrsfluss der Magdeburger Straße von bisher 20000 Fahrzeugen mehr als halbieren auf nur noch 9000 und damit eine Lärmminderung um drei Dezibel bringen“, skizziert Frank Kniestedt.


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