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Projekt der Dessauer Wirtschaftsjunioren: Neue Info-Plattform für das Bauhaus-Museum

Webseite zum Bauhaus-Museum

Auf einem Bildschirm wurde die neue Webseite zum Bauhaus-Museum vorgestellt.

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Sebastian

Dessau -

Claudia Perren ist dafür. Natürlich. „Bauhaus-Museum ja, weil wir in Dessau die zweitgrößte Bauhaus-Sammlung weltweit haben, die wir mit dem Museum jetzt erstmalig zeigen können“, sagt die Chefin des Dessauer Bauhaus. Oberbürgermeister Peter Kuras sagt ebenfalls Ja zum Bauhaus-Museum. „Weil damit die Chance besteht, unsere Innenstadt zu beleben und mehr Touristen in die Innenstadt zu locken.“ Und Nicky Meißner, Chef der Dessauer Wirtschaftsjunioren, sieht das nicht anders. „Hören wir auf, dörfliche Politik zu treiben.“

Unterstützer kommen zu Wort

Zu lesen sind diese Statements auf einer Internetseite, die am Donnerstag ins Netz ging und eine Informationsplattform für das geplante Bauhaus-Museum im Dessauer Stadtpark sein soll. Initiiert haben das Projekt die Wirtschaftsjunioren, ein 50 Mitglieder zählender Zusammenschluss von jungen Dessau-Roßlauer Unternehmern. Umgesetzt hat das Philipp Schwarz von der Firma Advertise. „Wir waren immer irritiert, wie viele Bürger gegen den Standort Stadtpark für das Bauhaus-Museum waren“, gibt Meißner zu. Die Wirtschaftsjunioren wollen jetzt Informationen entgegensetzen. „Wir wollen Unterstützer des Projektes zu Wort kommen lassen.“

Bis 2019, zum 100. Geburtstag des Bauhauses, soll das Museum im Stadtpark stehen. Land und Bund stellen zusammen 25 Millionen Euro für das Projekt bereit, das weltweites Interesse geweckt hat. 830 Gestaltungsentwürfe aus über siebzig Ländern wurden eingereicht. Die Jury hat 30 davon ausgewählt, die ihre Idee derzeit präzisieren und bis zum 31. Juli wieder einreichen müssen. Am 3. September will die Jury den Sieger-Entwurf präsentieren. Bauhaus-Direktorin Perren erneuerte das Versprechen, noch im Herbst im Bauhaus eine Ausstellung mit allen 830 Entwürfen zu zeigen.

Auf diesen Entwurf wartet Dessau-Roßlau, schon um Bedenken auszuräumen, der grüne Stadtpark würde zu sehr bebaut. Wie groß wird das Bauhaus-Museum sein? Warum wird es im Stadtpark gebaut? Das sind Fragen, die auf der Webseite beantwortet werden. Weitere Fragen können gestellt - und sollen zeitnah beantwortet werden. Unter den Antworten sind Diskussionen möglich - und gewünscht. Es gibt eine Newsletter-Funktion. Schon jetzt ist außerdem vom Dach des Rathauscenters aus eine Webcam auf den künftigen Standort gerichtet. Derzeit sieht man dort viel Grün und das Wetter. Wenn es 2016 mit den Bauarbeiten los geht, können die Fortschritt live beobachtet werden. Eine Möglichkeit, die die Stadt auf der eigenen Webseite auch schon für die Muldebrücke geschaffen hat. Die Reaktionen sind positiv.

Im Bauhaus selbst unterzeichneten die Wirtschaftsjunioren, die Stiftung Bauhaus und die Stadtverwaltung Dessau-Roßlau am Donnerstag einen Kooperationsvertrag. „Unser Ziel ist es, mit der Internetseite einen zentralen Anlaufpunkt zu schaffen, die Bürger mitzunehmen und Informationen zu geben“, sagte Nicky Meißner und bekam ein Extra-Dank von Oberbürgermeister Peter Kuras. „Die Wirtschaftsjunioren kommen immer wieder mit frischen Ideen“, lobte das Stadtoberhaupt. Und setzen diese auch selbst um.

Kuras bezeichnete das Museum als „wichtigstes Vorhaben der Stadt“ und blickte kurz auf die erbittert geführte Standort-Debatte zurück. „Diskussionen gibt es in jeder Stadt. Da spielen auch liebgewonnene Gewohnheiten eine Rolle.“ Für ihn ist klar: „Wir müssen die Informationsbedürfnisse der Bürger erfüllen. Dann ersparen wir uns viel Ärger.“

Für „große Transparenz“ warb auch Claudia Perren. „Der Standort in der Stadt ist auch wichtig für das Bauhaus“, sagte die Bauhaus-Direktorin. Das Museum liege auf der halben Strecke zu den Bauhausbauten in Törten, das alte Arbeitsamt ist nahe. Das Museum soll als zentraler Anlaufpunkt und gleichzeitig als Klammer funktionieren.

Zwei Kriterien für das Museum

Ob die Entwürfe dem gerecht werden? Perren und Kuras hüllten sich in Schweigen. Der Wettbewerb läuft noch. Kuras machte aber eines noch mal klar: „Wir hatten zwei wichtige Kriterien: Die Ausstellung muss reinpassen - und das Museum muss sich städtebaulich integrieren. Die beiden Kriterien werden erfüllt.“ Wie genau, wird sich im September zeigen.


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