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Nach Fußball-Randalen am Dessauer Hauptbahnhof: Polizei Magdeburg untersucht DNA-Spuren

Auf dem Bahnsteig griffen die Schläger an.

Auf dem Bahnsteig griffen die Schläger an.

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lutz sebastian

Dessau -

Nach den schweren Fußball-Randalen am Dessauer Hauptbahnhof Ende Januar sind nach wie vor keine Täter dingfest gemacht worden. Das hat die Bundespolizei in Magdeburg auf Nachfrage erklärt. Derzeit werden noch Geschädigte vernommen. Elf hatten sich gemeldet, davon waren fünf verletzt worden. „Außerdem untersuchen wir gefundene Utensilien wie Sturmhauben, Mundschützer und Quarzhandschuhe auf DNA-Spuren“, so Sprecherin Romy Gürtler. Diese könnten zu Tätern führen, falls diese bereits in einer Datenbank erfasst worden sind.

Auch die Identitätsfeststellungen von 174 Personen am Bahnhof in Halle soll weiteren Aufschluss bringen. „Wir suchen ebenso nach dem Verfasser des Videos, das nach den Übergriffen im sozialen Netzwerk Facebook aufgetaucht ist.“ Darauf ist zu sehen, mit welcher Gewalt die Schläger am 24. Januar am Dessauer Bahnhof vorgegangen sind. Das Video selbst werde derzeit im Detail auf Hinweise zu den Tätern untersucht.

An jenem Sonntag war es vor dem Derby zwischen dem Halleschen FC und dem 1. FC Magdeburg zu Übergriffen am Bahnhof gekommen. Dabei waren laut Polizeiangaben etwa 70 Vermummte Anhänger des Magdeburger Vereins aus dem Zug gesprungen und hatten eine Gruppe von rund 30 Hallenser Fans angegriffen. Zwei Personen mussten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, auch ein Bundespolizist war verletzt worden.

Ein Problem war offenbar, dass für die Bundespolizei nicht der Dessauer Bahnhof im Fokus gestanden hatte, sondern die Strecke von Magdeburg nach Halle über Köthen. Dort war es in der Vergangenheit zu Auseinandersetzungen gekommen, diese wurde deshalb mit großer Einsatzstärke überwacht. Am Dessauer Bahnhof waren nur drei Beamte im Einsatz. Nach der Randale soll das Personal dort künftig bei ähnlichen Ereignissen aufgestockt werden.

Nachdem der Zug in Halle eingetroffen war, hatte die Polizei Identitäten von 174 Personen festgestellt. Zudem wurden Sturmhauben, Quarzhandschuhe und Pyrotechnik gefunden. Der meisten Utensilien hatten sich die Personen kurz vor der Kontrolle entledigt.

Nach dem Zeugenaufruf der Bundespolizei am selben Tag waren keine verwertbaren Hinweise eingegangen, so Romy Gürtler. Sie selbst war bei der MDR-Sendung „Kripo live“ als Studiogast eingeladen und rief noch einmal dazu auf, dass sich weitere Zeugen mit Hinweisen melden sollen und Bild- und Videomaterial gesucht werde, das die Täter identifizieren könnte.

Hinweise können bei der Bundespolizei Magdeburg unter Telefon: 0391/56 54 90, unter der kostenfreien Hotline 0800/6 88 80 00 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle gemeldet werden. (mz)


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