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Karnevalsempfang in Dessau-Roßlau: Achtes Anhaltinisches Prinzentreffen im Rathaus

Alle Prinzenpaare auf der Rathaustreppe

Zum Gruppenbild treffen sich Mittags alle Prinzenpaare auf der Rathaustreppe.

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Lutz Sebastian

Dessau-Roßlau -

Am Aschermittwoch ist alles vorbei? Von wegen! Seit 2008 verlängern die Karnevalisten zwischen Altmark und Unstrut die Session einfach noch einmal um fast eine Woche. Anhaltinisches Prinzentreffen nennt sich das. Die achte Auflage fand von Freitagabend bis Sonntagmorgen in Dessau-Roßlau statt.

Am Sonnabendvormittag wurden die Prinzenpaare, Präsidenten und andere Mitstreiter von 15 sachsen-anhaltischen Karnevalsvereinen - unter anderem von Gelb-Rot, vom MCC, vom RKC, aus Halle, dem Harz und der Altmark - im Dessauer Ratssaal empfangen. „Sie geben diesem Saal ein paar schöne Farbtupfer“, stellte Peter Kuras fest. Der Dessau-Roßlauer Oberbürgermeister hatte die Schirmherrschaft für das diesjährige Anhaltinische Prinzentreffen übernommen.

Daher war es selbstverständlich, dass die Karnevalisten für rund zwei Stunden aus dem Ratssaal einen Käfig voller Narren machen durften. Dort ließ man sich mit Narrenkappen nieder, führte lockere Gespräche am kalten Buffet und verlieh Orden dafür, dass man es zum diesjährigen Treffen geschafft hat. Der DJ des gastgebenden Mitteldeutschen Carneval Clubs (MCC), René Streithoff, sorgte zusätzlich mit Hintergrundmusik aus der Box für gute Stimmung auf dem Parkett. Dessau-Roßlau kann gute Laune gut gebrauchen, auch an Orten wie dem Ratssaal, wo manchmal der Haussegen im politischen Tagesgeschäft ganz schön schief hängen kann.

„Wir sind nicht Köln, Mainz oder Düsseldorf“, muss Kuras zugeben. „Aber wir sind seit Jahrzehnten eine Karnevalshochburg in Mitteldeutschland“, konstatiert der OB. Die Rheinländer waren es, die einst den Karneval auch in das eher kühle und nüchterne, protestantisch-calvinistisch geprägte Dessau brachten. Nach dem Zweiten Weltkrieg, wo sich mancher vom Rhein eine neue Existenz in hiesigen Gefilden aufbaute, wollte man die karnevalistische Tradition in der neuen Heimat weiterpflegen.

Die Initialzündung ließ auch den karnevalistischen Funken auf die Dessauer überspringen. Vereine gründeten sich. In Kitas, Schulen und Betrieben wurde Fasching gefeiert. Acht Vereine aus Dessau und Roßlau machen heute die fünfte Jahreszeit lebendig. Der Rosensonntagsumzug durch die Dessauer Innenstadt begeistert jährlich Tausende. „Die Leute mögen das“, beobachtet Kuras.

Er selbst kommt auch aus einer Familie, wo Karneval einen hohen Stellenwert hat. Bei der einen oder anderen Sitzung dabei zu sein und beim Umzug mitzuwirken, ist deshalb für ihn willkommene Abwechslung zum trockenen, manchmal tristen Politbetrieb. Und die Idee, die fünfte Jahreszeit über den Aschermittwoch hinaus etwas zu verlängern, findet er auch sympathisch.

Marco Hering hatte mit einigen Mitstreitern vor einigen Jahren diesen Einfall. „Wir wollten eine Plattform schaffen, wo sich die Karnevalisten, insbesondere die Prinzenpaare, kurz nach der Session noch einmal treffen können, man ins Gespräch kommt und Freundschaften über den eigenen Verein hinaus pflegen kann“, erzählt der Quedlinburger. „Mittlerweile sind wir eine große Familie“, freut sich Hering, Vorsitzender des eigens für das Prinzentreffen gegründeten 1. Sachsen-Anhaltinischen Prinzenclubs.

Jedes Wochenende nach Rosenmontag treffen sich interessierte Vereine aus ganz Sachsen-Anhalt in einer anderen Stadt. Vor allem im Harz, in Quedlinburg, Wernigerode und im Harzvorland in Bernburg hat man sich bisher getroffen. Dieses Wochenende ging es das erste Mal nach Dessau-Roßlau. Ein abwechslungsreiches Programm wollte der gastgebende MCC bieten.

Nach einem gemütlichen Gesprächsabend im NH-Hotel am Freitag, dem Empfang am Sonnabendvormittag im Rathaus, einer Stadtrundfahrt mit der Partybimmel, einer Galasitzung mit Showeinlagen des MCC und Prinzenpaaren anderer Vereine im NH-Hotel am Abend, ging Sonntagmorgen mit einem Frühschoppen im Hotel das Prinzentreffen zu Ende. „Da steckte viel Aufwand und Organisation dahinter. Ich denke aber, dass wir gute Gastgeber waren“, freute sich Birgitt Gaida, die MCC-Präsidentin über den krönenden Abschluss der diesjährigen Session. (mz)


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