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HFC-Fan am Dessauer Bahnhof zusammengeschlagen: 15-Jähriger berichtet: "Das war wie Krieg"

Auf dem Bahnsteig griffen die Schläger an.

Auf dem Bahnsteig griffen die Schläger an.

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lutz sebastian

Dessau -

Es gibt keine Worte, die Fassung ist verloren - zurück bleibt der Schock. Der 15-Jährige aus Dessau-Roßlau ist nach den Ereignissen am Sonntag mitgenommen, nicht nur äußerlich. Die Nase wurde gebrochen, er hat ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten, Schürfwunden am Hals, Kopf und Gesicht. Der Jugendliche war Teil der Gruppe von etwa 30 HFC-Fans, die am Wochenende auf dem Dessauer Bahnhof angegriffen wurden. Zwei von ihnen wurden so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus mussten - einer davon ist Erik K. (*). Seinen richtigen Namen will er nicht nennen aus Furcht, dass die Schläger bei ihm auftauchen. „Ich will mich nicht zur Zielscheibe machen.“

An diesem Vormittag hatte er sich mit Freunden, die wie er die Fans des Halleschen FC sind, gegen 9 Uhr am Theater getroffen. In einer großen Gruppe sind sie zum Bahnhof gelaufen und wollten von dort nach Halle zum Derby gegen den 1. FC Magdeburg. „Als der Zug aus Richtung Magdeburg ankam, sprangen plötzlich diese Leute raus und sind auf uns losgestürmt. Schwarz angezogen, vermummt mit Sturmhauben und Mundschutz, blau-weiße Schals“, berichtet Erik K. „Die Polizei spricht von 70 Vermummten, ich würde sagen, es waren 100. Die haben gezielt nach Leuten gesucht, die als HFC-Anhänger kenntlich waren. Das war purer Fan-Hass.“

Auch K. war mit seinem rot-weißen Schal als Fan zu erkennen. Zu fünft seien die Angreifer auf ihn los, hätten auf ihn eingeprügelt, auch als er schon am Boden lag. „Das war wie Krieg. Alle aus der Gruppe mussten sich verteidigen.“ K. war mit der Jüngste. In einem Video bei Facebook ist zu sehen, wie mehrere Männer auf den am Boden Liegenden einschlagen. Zu beobachten ist auch, wie Unbeteiligte die Treppe hinunterrannten, andere hatten sich laut K. an einem Pfosten festgeklammert. Viel mehr nahm er nicht wahr. Die Angreifer schätzt er auf Mitte 20. „Ein Polizist versuchte einzugreifen und die fünf Leute von mir abzubringen. Es waren einfach zu viele. “

Weitere Informationen zur Attacke am Bahnhof Dessau lesen Sie auf Seite 2.

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