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Mitteldeutsche Zeitung | Hauptversammlung mit über 70 Mitgliedern: „Dentists for Africa“ im Dessauer Kornhaus
08. November 2015
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Hauptversammlung mit über 70 Mitgliedern: „Dentists for Africa“ im Dessauer Kornhaus

Jahrestagung von „Dentists for Africa“

Auf der Jahrestagung von „Dentists for Africa“ hat auch die kenianische Krankenschwester John Mary von ihrer Arbeit berichtet.

Foto:

Sebastian

Dessau-Roßlau -

Eine eigene Zahnbürste? „Das ist für sie das Größte“, sagt Simone Schlachter und spricht von vor Freude leuchtenden Augen und Dankbarkeit, die keine Grenzen kennt. Der Gegenstand des alltäglichen Lebens hier, ist für gut die Hälfte der in Kenia lebenden Kinder keine Selbstverständlichkeit, berichtet die junge Zahnarztassistentin.

Dies zu ändern, ist eines der Ziele, die sich die deutsche Hilfsorganisation „Dentists for Africa“ auf ihre Agenda geschrieben hat. Am Wochenende trafen sich mehr als 70 ihrer engagierten Mitglieder zur diesjährigen Hauptversammlung im Dessauer Kornhaus. Unter ihnen nicht nur Zahnmediziner, sondern auch Zahntechniker und Helfer, wie Simone Schlachter, aus allen Teilen der Republik. Sie alle haben jedoch eines gemeinsam: Ihren ehrenamtlichen Einsatz für soziale Projekte und humanitäre Hilfe in Kenia, einer der ärmsten Regionen des afrikanischen Kontinents.

Hilfe für Kinder und Jugendliche

„Insbesondere den Kindern und Jugendlichen dort möchten wir eine Perspektive bieten“, betont Vereinsvorsitzender Hans-Joachim Schinkel, der „Dentists for Africa“ im Jahr 1999 mit nur einer Handvoll Mitstreitern gründete. Seine Intention von damals ist es auch heute noch. „Ich möchte, mit dem, was ich kann, Menschen helfen, die unter ihren Lebensbedingungen oft nur geringe Chancen haben“, sagt der Zahnarzt aus dem thüringischen Sömmerda. Welch Engagement das erfordert, davon konnten sich Interessierte in einer Informationsveranstaltung am Sonnabend ein Bild machen.

Als einer der Höhepunkte des Treffens war eine kenianische Krankenschwester der Einladung an die Elbe gefolgt, um von ihren Erfahrungen vor Ort zu berichten. In einer von insgesamt 13 Zahnstationen, welche der Verein seit seiner Gründung in den ländlichen Gebieten Kenias eingerichtet hat, behandelt John Mary gemeinsam mit einheimischen Ärzten und weiteren Nonnen des Franziskanerordens rund 100 Patienten pro Tag. „Die Situation in Asumbi ist sehr schwierig“, sagt Mary mit Verweis auf das Leben der Bevölkerung in Armut, die Slums und den schlechten Gesundheitszustand bei Kindern.

Hilfe auf Augenhöhe

„Die meisten Kenianer können sich eine medizinische Versorgung oder Krankenversicherung nicht leisten.“ Behandelt werden sie von Mary und ihren Kollegen dennoch. „Das macht es für uns jedoch schwer, Personal und die Station zu finanzieren.“ Seuchen, eine hohe HIV-Rate sowie lange Wege erschweren die Arbeit zusätzlich. „Für einen Umkreis von 50 Kilometern stellen wir die einzige Möglichkeit der medizinischen Versorgung dar“, sagt die Schwester.

Davon weiß auch Peter Kaczmarek zu berichten. Er gehört zu den Zahnmedizinern, die regelmäßig für vier bis acht Wochen das Personal in Kenia unterstützen. Das verändert, berichtet der Brandenburger. „Wenn Kinder für ein Schulessen einen Fußweg von über einer Stunde auf sich nehmen, können wir uns das kaum vorstellen.“ Die Zahnprophylaxe in den Schulen ist ebenso wichtiger Bestandteil der Arbeit, wie die Ausbildung kenianischen Personals.

Die Organisation setzt auf eine Hilfe auf Augenhöhe, so Hans-Joachim Schinkel. „Wir möchten den Menschen langfristig ein selbstständiges Leben in ihrer Heimat ermöglichen.“ Über ein individuelles Patenschaftsprojekt für Waisenkinder können auch Nichtmediziner über die Organisation helfen. „Nachhaltig“, betont der Vorsitzende. Erst mit Abschluss einer Berufsausbildung oder eines Studiums, oft im medizinischen Bereich, endet die Unterstützung. „Die Wissbegier und der Ehrgeiz der Afrikaner sind einfach großartig und motivieren uns immer wieder von neuem.“ (mz)


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