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Gewalttat: Edelmetall-Händler in Dessau von Kunden angegriffen

Uhr | Aktualisiert 28.01.2013 12:19 Uhr
(FOTO: LUTZ SEBASTIAN) 
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Mitten im Dessauer Stadtzentrum ist es am Sonnabend gegen 15.20 Uhr zu einer schweren Gewaltstraftat gekommen: Ein unbekannter Mann mit einer roten Bommelmütze stach den 26-jährigen Mitarbeiter eines Goldankauf-Geschäfts in der Dessauer Kavalierstraße nieder und verletzte ihn dabei schwer.
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Dessau/MZ. 

„Der Mann konnte zwar am Sonnabendabend kurz vernommen werden, seine Situation ist aber weiter lebensbedrohlich und kritisch“, sagte am Sonntag Polizeisprecher Ralf Moritz. Die Vernehmung habe allerdings geholfen, etwas Klarheit über den Ablauf der Gewalttat zu bekommen.

Verkauf angebahnt

„Wir gehen inzwischen von einer schweren räuberischen Erpressung aus“, erklärte Moritz. Der 26-Jährige habe mit dem unbekannten Täter nach Ladenschluss ein „Verkaufsanbahnungsgespräch“ geführt. Warum dieses eskaliert ist, ob die beiden in Streit über den Preis gerieten, woher das Messer kam, wie oft der Unbekannte zugestochen hat - zu all diesen Fragen machte Moritz keine Angaben. „Das ist zum Teil Täterwissen.“ Das Opfer rettete sich mit mehreren Stichverletzungen im Bauch auf die Straße, flüchtete in Richtung Dessau-Center - und brach direkt vor dem Naturkundemuseum zusammen. Ein Blutspur zeigte den Fluchtweg. Das Gelände war noch Stunden danach weiträumig abgesperrt.

Passanten riefen Polizei und Notarzt. Der Mann war zunächst nicht ansprechbar, wurde ins Städtische Klinikum gebracht und dort sofort notoperiert. Der unbekannte Täter flüchtete, das steht nach mehreren Zeugenaussagen fest, ohne Beute Richtung Friedrich-Naumann-Straße. Dort verliert sich dann seine Spur. Bei der Fahndung setzte die Polizei auch Fährtenhunde ein.

Die Polizei sucht im Zusammenhang mit der Gewalttat intensiv nach Zeugen. Die Kavalierstraße, die direkte Verbindung zwischen Dessau-Center und Dessauer Rathauscenter, war am Sonnabend gut besucht. Direkt vor dem Geschäft befindet sich eine Straßenbahnhaltestelle. „Wer hat dort zwischen 14 und 16 Uhr etwas Verdächtiges gesehen“, fragte Polizeisprecher Moritz, der vor allem auf die auffällige Bekleidung des mutmaßlichen Täters hinwies: Der Mann soll etwa 1,75 Meter groß gewesen sein - und neben einer rot-weiß gesteppten Jacke eben jene große rote Bommelmütze getragen haben. „Das könnte und müsste Passanten eigentlich aufgefallen sein.“ Hinweise erhoffen sich die Ermittler unter anderem von zwei älteren Frauen, die möglicherweise die Tat beobachtet haben. Eine der beiden sei etwa 60 Jahre alt und habe kräftiges, über die Schulter reichendes Haar. Die Zeugin soll zudem eine helle, große Brille getragen haben.

Das „Premium-Goldankauf“-Geschäft war erst am 17. Dezember 2012 eröffnet worden. Auf der Webseite des Unternehmens aus Erfurt sind sieben Standorte verzeichnet - der in Dessau ist noch gar nicht dabei. Zuvor war in den Dessauer Räumen eine kleine Galerie untergebracht. Zu erreichen war das Unternehmen am Sonntag nicht.

Aufwendige Spurensicherung

Das Geschäft selbst war am Sonnabend von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Warum der Verkäufer nach 15 Uhr noch im Laden war und warum der Unbekannte hineingelassen wurde, ist Teil der Ermittlungen, die am Sonnabend mit einer stundenlangen, aufwendigen Spurensicherung begannen.

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