Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt

Ganztagsschule Zoberberg: Lehrermangel als Herausforderung

Beatrix Reimert, Susanne Scheithauer und Rita Mansfeld (v.l.)

Ein wichtiger Partner für Schulleiter Andreas Weyprachtitzky ist der Elternrat. Beatrix Reimert, Susanne Scheithauer und Rita Mansfeld (v.l.) waren auch beim Tag der offenen Tür am Mittwoch vor Ort.

Foto:

L. Sebastian

Dessau -

Kaum sind die Weihnachtsferien vorbei, zählen die Schüler bis zum Beginn der nächsten Ferien schon wieder die Tage: In zwei Wochen gibt es Winterferien. Das erste Halbjahr des Schuljahres ist damit geschafft.

Nicht nur die Schüler werden da Bilanz ziehen. Auch die Lehrer schauen, wie die erste Halbzeit des Schuljahres gelaufen ist. So auch an der Ganztagsschule Zoberberg. Darüber sprach MZ-Redakteurin Sylke Kaufhold mit dem Schulleiter Andreas Weyprachtitzky.

Wie zufrieden sind Sie mit dem ersten Halbjahr?

Weyprachtitzky: Der Unterricht ist gelaufen, aber nicht optimal. Wir haben den Ausfall von zwei langzeiterkrankten Kolleginnen zu kompensieren. Das so hinzukriegen, dass möglichst wenig Unterricht ausfällt und der Lehrplan dennoch erfüllt wird, war schwierig. Wir haben dafür das Potenzial genutzt, das wir als Ganztagsschule haben. Das hat uns gerettet.

Wieviel Lehrer für wie viele Schüler stehen ihnen denn aktuell zur Verfügung?

Weyprachtitzky: Im Stellenplan stehen 32 Stammlehrer für 360 Schüler im Ganztagsbetrieb. Wie gesagt, zwei davon sind seit Monaten nicht da. Zum Vergleich: Im vorigen Schuljahr hatten wir 340 Schüler in 17 Klassen und 32 Lehrer. In diesem Jahr haben wir eine Klasse mehr.

Gibt es keine festgelegten Mindestschülerzahlen pro Klasse mehr?

Weyprachtitzky: Das Land hat die Basis für die Klassenbildung verändert. Maßgebend für den Personalschlüssel ist jetzt eine Schülerzahl bezogene Stundenzuweisung. Damit wurde die Klassenbildung in das Ermessen der Schule gelegt. Die können große oder kleine Klassen bilden und damit mehr oder weniger Stunden für die Unterrichtsabsicherung einsetzen. Wir haben uns für die Bildung von kleinen Klassen entschieden, im Interesse der Schüler. Damit haben wir allerdings auch weniger Freiraum für andere Sachen, wie Projekte, Nachhilfe, Kursangebote. Das heißt also, wir bräuchten eigentlich mehr Lehrer und pädagogische Mitarbeiter, um alle schulischen und außerschulischen Aufgaben zur vollen Zufriedenheit erfüllen zu können.

Eine Ganztagsschule muss doch aber außerschulische Angebote unterbreiten?

Weyprachtitzky: Stimmt. Das versuchen wir zunehmend mit außerschulischen Kräften hinzubekommen. Dabei unterstützen uns auch immer mehr Eltern, die Kurse übernehmen. So beispielsweise kreatives Gestalten Floristik, Ballsport und ab Februar einen Kurs Ton und Licht. Das Land hat die finanziellen Mittel dafür in diesem Schuljahr aufgestockt. Die Organisation, Verwaltung, Abrechnung liegt aber in Verantwortung der Schulen. Hier wächst also der Verwaltungsaufwand.

Welche Probleme die Schule bei der Inklusion von Schülenr mit Förderbedarf hat, lesen Sie auf Seite 2.

nächste Seite Seite 1 von 2

Das Wetter in Dessau-Roßlau: präsentiert:

Babybilder