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Mitteldeutsche Zeitung | Erweiterung Umweltbundesamt Dessau: Warum sich pinke Rohre durch Dessaus Norden ziehen
11. February 2016
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Erweiterung Umweltbundesamt Dessau: Warum sich pinke Rohre durch Dessaus Norden ziehen

Die Rohre

Die Rohre sollen ab Anfang März das Grundwasser von der Baustelle pumpen.

Foto:

Thomas Ruttke

Ein Leitungssystem in Pink komplettiert sich derzeit in Dessaus Norden. Das Umweltbundesamt (Uba) bereitet damit den Erweiterungsbau vor, der neben dem bestehenden Gebäude am Wörlitzer Platz entstehen soll. Die Rohre sollen ab Anfang März das Grundwasser von der Baustelle pumpen. „145 Kubikmeter Wasser pro Stunde werden durch die Leitungen fließen. Das ist eine Menge“, so Tilo Herzig, Leiter der Liegenschaftsbewirtschaftung im Amt. Das Wasser wird über ein rund zwei Kilometer langes Rohrsystem in der Stadt in den Peisker, einem Nebenarm der Elbe, geleitet. Teilstücke wie beispielsweise in den nächsten Tagen auf Bahngelände werden noch installiert.

Bau kostet 13,5 Millionen Euro

Ende März oder Anfang April soll dann der Grundstein für das 13,5-Millionen-Euro-Projekt gelegt werden.

Mit dem vieretagigen Haus wird zusätzlicher Platz für 102 Mitarbeiter sowie Konferenzräume geschaffen. Die Fertigstellung des Baus ist für Ende 2017 geplant. Den Fortschritt der Bauarbeiten will das Umweltbundesamt auf der Internetseite dokumentieren, dafür sind ab März eine Webcam sowie aktuelle Fotos und Videos, auch im Zeitraffer, geplant.

Die auffälligen Rohre sollen im Juni bereits wieder abgebaut werden. Dann hat der Rohbau genügend Gewicht, so dass kein Abpumpen mehr nötig ist. Das Wasser fließt dann unterirdisch quasi um das Fundament herum. „In größeren Dimensionen war dieses Abpumpen auch bei dem wesentlich größeren Hauptgebäude nötig“, so Antje Schindler, Referatsleiterin für Bau und Technik.

Nötig war ebenso der Austausch von kontaminiertem Boden. Sowohl das jetzige Gebäude als auch das neue befinden sich im ehemaligen „Gasviertel“, der Wiege der Industrialisierung in Dessau. Auf dem Areal stand einst auch ein Gasgerätewerk. Ab 1995 war das Viertel abgerissen worden. „Wir mussten ölhaltige Bereiche austauschen. Da gab es viele Erdbewegungen in den vergangenen Wochen“, sagt Schindler. In Kürze soll die Baustelle eingerichtet werden, mit Containern für die Bauarbeiter und Material. „Der Rohbau beginnt dann, wenn die Außentemperaturen stimmen. Bisher liegen wir absolut im Plan“, erklärt Tilo Herzig und hat den November als Termin für das Richtfest im Blick.

Warum die Planer mit dem Neubau eine Vorreiterrolle einnehmen, lesen Sie auf Seite 2.

Mit dem Neubau sind die Planer Vorreiter, was die Einhaltung einer EU-Richtlinie angeht: Ab 2020 müssen alle Neubauten einen „Fast-Nullenergie-Standard“ erfüllen. Das neue Uba-Haus ist schon jetzt nach diesen Kriterien konzipiert. Ziel ist ein Null- und nach Möglichkeit sogar ein Plus-Energie-Gebäude. Die benötigte Energie erzeugen Photovoltaikelemente und Wärmepumpen. „In der Jahresbilanz soll die Eigenversorgung komplett abgedeckt sein.“ Zum Vergleich: Das vor 15 Jahren geplante und 2005 bezogene Hauptgebäude liegt zwischen Niedrig-Energie und Passivhaus-Standard.

Einsatz von Recycling-Beton

Vorreiter sind die Dessauer allerdings auch bei der Materialverwendung. Für den Erweiterungsbau wird Recyclingbeton eingesetzt. Noch kommt dieser wieder verwertete Bauschutt - quasi neuer Beton aus altem Beton - deutschlandweit selten zum Einsatz. „Für die Region ist das auf jeden Fall einmalig“, so Antje Schindler. „Der recycelte Beton ist auch einer der ökologischen Bausteine für dieses besondere Haus.“ (mz)

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