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Dessau-Roßlau: Im bequemen Kinosessel mitten im Film dabei

Uhr | Aktualisiert 03.01.2010 21:54 Uhr
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3-D-Kino in Dessau-Roßlau

Mit der 3-D-Brille können nun die Kinobesucher aus Dessau-Roßlau auf emotionale Tuchfühlung mit dem Geschehen auf der Leinwand gehen. (FOTO: FRANK GEHRMANN)

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Seit Donnerstag schreibt Anja Tiede ein neues Kino-Zeitalter in der Stadt: Die Theaterleiterin des "UCI-Kinowelt" nutzt allerneuste Technik für dreidimensionale und digitale Filme, die nun im Kinosaal eins täglich laufen.
DESSAU-ROSSLAU/MZ. 

"Es ist, als würde ich mitten im Film sitzen", sagt sie begeistert vom neuen 3-D-Film. Erst vor einigen Jahren habe sie selbst in Berlin zum ersten Mal einen dreidimensionalen Streifen gesehen. "Aber das ist eine andere 3-D-Generation gewesen als die, die wir jetzt haben", erklärt Tiede. Mittlerweile sei die Technik ausgereifter. So gebe es anstatt beklebter Brillen aus Pappe nun leichte Plastik-Brillen, die sich von normalen Augengläsern kaum unterscheiden lassen.

"So wie einst die Innovation vom Stummfilm zum Tonfilm gefeiert wurde, der Übergang vom Schwarz-Weiß-Film zur Farbe, ist der dreidimensionale Film und die Digitalisierung nun die neuste Entwicklung im Filmgeschäft", erklärt Marketing-Controller für die Kinos der UCI-Kette in Ostdeutschland, Torsten Schenk. "Der Mensch strebt immer nach etwas Neuem, etwas Besseren - vor allem in der der Unterhaltung", sagt der 35-Jährige. Daher stattet die UCI-Kinowelt-Kette ihre insgesamt 24 Häuser seit dem Frühlingsmonaten mit der neuen digitalen Technik aus.

Die ersten Vorbereitungen für das Dessauer Kino begannen bereits im Sommer. Erst vor vier Tagen installierten Fachleute die benötigte Technik: Eine speziell beschichtete Leinwand musste her, die Lüftung umgebaut werden, ein Digitalprojektor und eine neues Projektionsfester sind auf- beziehungsweise eingebaut. "Insgesamt kostet das neue Zeitalter 60 000 Euro", verrät Anja Tiede. Diese Investition muss erst einmal wieder eingespielt werden. "Daher gibt es einen kleinen Aufpreis von drei Euro", sagt Torsten Schenk. Er nimmt es gelassen: "Mit den 3-D-Filmen sprechen wir auch ein Publikum an, das ansonsten selten in unsere Kinos geht", resümiert Schenk. "Denn viele Menschen sind neugierig auf die neuen Effekte."

Allein für die Technik kann sich Filmvorführer Alexander Körting begeistern: Er sitzt an zwei Bildschirmen und startet mit dem Mausklick die Vorstellung. "Alles liegt digitalisiert auf dem Server", sagt er und zeigt auf eine Metallbox unter dem Projektor. "Ich bin selbst ganz gespannt, wie die Technik im Einzelnen funktioniert." Der 3-D-Horrorfilm "Final Destination", der nun im Kino läuft, passt in ein kleines Gerät, das sich optisch von einer externen Festplatte nicht unterschieden lässt. Der Film habe eine Datenmenge von 200 Gigabyte. Ein Trailer benötige maximal vier Gigabyte Speicher. "Nur noch die Werbung zeige ich weiterhin so wie gehabt", erzählt Körting. Aus seiner Begeisterung am neuen digitalen Kinofilm macht er keinen Hehl: "Die Bilder bleiben glasklar und wackeln nicht, wie man beim mechanischen Abspielen oft im Film-Ende erkennt."

Drei Streifen sollen täglich zur Auswahl stehen, um ein möglich breites Publikum anzusprechen. "Wir wollen für jeden etwas dabei haben", erzählt Torsten Schenk. Der Marketing-Controller steht zwar auf gutgemachte Produktionen aus Deutschland, doch ahnt er, wohin die Reise des neuen Kinoerlebnisses geht: "Denkbar wären für die Zukunft auch Live-Übertragungen von Konzerten und Sportereignissen, wie sie in den Vereinigten Staaten schon üblich sind." Denn wer schon einmal ein Basketballspiel in 3-D gesehen hat oder die Live-Übertragung des Robbie Williams-Konzerts aus London, der weiß, wie es ist, visuell auf dem Sportplatz oder direkt vor der Bühne zu stehen, dabei trotzdem bequem im Kinosessel zu sitzen.

Bis zum Ende des Jahres, so prognostiziert Theaterleiterin Anja Tiede, haben 230 000 Gäste ihr Kino neben dem Hauptbahnhof besucht. "Schon jetzt sind es bereits zehn Prozent mehr Kinobesucher als in dem Jahr zuvor", freut sie sich, "und es laufen noch sehr gute Filme im Winter an." Sehr gespannt ist sie, wie viele Dessauer sich in die Welt des dreidimensionalen, digitalen Kinos einlassen werden.

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