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250 Jahre Anhaltische Philharmonie: Ein Jahr lang wird gefeiert

Die Sinfoniekonzerte der Anhaltischen Philharmonie beschäftigen sich in der kommenden Spielzeit alle mit dem Orchester-Jubiläum.

Die Sinfoniekonzerte der Anhaltischen Philharmonie beschäftigen sich in der kommenden Spielzeit alle mit dem Orchester-Jubiläum.

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Claudia Heysel

Dessau -

Die Anhaltische Philharmonie wird 250 Jahre alt. Im Anhaltischen Theater wird das in der nächsten Spielzeit groß gefeiert. „Wir denken das Jubiläum aber mehr inhaltlich, gar nicht so sehr in Sekt trinken und feiern“, sagt Generalintendant Johannes Weigand. In den Sinfoniekonzerten werden beispielsweise Werke einstiger Kapellmeister zu hören sein - ganz vorne dran von Friedrich Wilhelm Rust, dem Gründer des Dessauer Orchesters. Und auch in den anderen Sparten des Hauses wird das Orchesterjubiläum 2016/17 präsent sein, wie Weigand bei einer Pressekonferenz bekannt gab.

1766 gilt als das Jahr, in dem Friedrich Wilhelm Rust die Herzogliche Hofkapelle unter Fürst Franz gegründet hat. Der Geiger und Komponist hat damit den Grundstein für das öffentlich geförderte Musikleben gelegt. „Die Bedeutung eines so traditionsreichen Hauses wird einem in Vorbereitung eines solchen Jubiläums ganz bewusst“, sagt Ekke Neumann, Kontrabassist und Orchestervorstand der Anhaltischen Philharmonie. „Ich fühle mich als Teil dieser Geschichte“, sagt er stolz und blickt gespannt auf die Jubiläumsspielzeit.

Eröffnet wird diese mit einem großen Festkonzert am 10. September. Als Dirigent konnte Bertrand de Billy gewonnen werden. Der Franzose war von 1993 bis 1995 erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor am Anhaltischen Theater. Mittlerweile ist er international gefragt. 2012 dirigierte er bereits als Gast ein Sinfoniekonzert in Dessau. „Spätestens da reifte die Idee, dass er auch das Festkonzert dirigiert“, sagt Ronald Müller, Konzertdramaturg des Anhaltischen Theaters. Das Vorspiel zu Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ sowie Johannes Brahms’ Sinfonie Nr. 1 soll Bertrand de Billy mit der Philharmonie erarbeiten.

Das 1. Sinfoniekonzert der Spielzeit am 6. und 7. Oktober soll gleichzeitig das erste Sinfoniekonzert mit dem neuen Generalmusikdirektor (GMD) sein. Wer genau der neue Chef der Philharmonie wird, ist noch geheim. „Wir machen unsere Arbeit“, versichert Weigand. Man stehe in gutem Kontakt. „Aber es ist noch nicht in trockenen Tüchern.“ Einem abergläubigen Theatermenschen ist da leider noch nicht mehr zu entlocken. Dirigieren soll der neue GMD eine Sinfonie von Friedrich Schneider. Der Komponist war von 1820 an auch 33 Jahre lang Leiter der Hofkapelle. Auch das Tripelkonzert C-Dur op. 56 von Ludwig van Beethoven steht auf dem Programm. Dafür konnte das Sitkovetsky-Trio verpflichtet werden. Dessen Namensgeber, der russische Geiger Alexander Sitkovetsky, war zuletzt im April 2015 als Solist in Dessau zu erleben.

Die Solisten des 2. Sinfoniekonzerts am 10. und 11. November sind ehemalige und aktuelle Preisträger des bisherigen Violin-Wettbewerbs der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und des künftigen „Rust-Preises“. Erklingen soll u. a. Friedrich Wilhelm Rusts Sinfonia aus der Kantate, die er zur Einweihung des Wörlitzer Schlosses im Jahr 1773 komponiert hat.

Im Jubiläumsjahr darf einer natürlich nicht fehlen: Antony Hermus. Ein Wiedersehen mit ihm gibt’s am 2. und 3. Februar beim 4.Sinfoniekonzert. Hermus war von 2009 bis 2015 Generalmusikdirektor am Anhaltischen Theater und wurde zum Abschied zu Ehrendirigenten der Anhaltischen Philharmonie ernannt.

Am 6. und 7. April wird eine alte Tradition fortgeführt. Im 6. Sinfoniekonzert musiziert die Philharmonie gemeinsam mit dem Universitätschor „Johann Friedrich Reichardt“ der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zur Aufführung kommt Felix Mendelssohn Bartholdys „Lobgesang“.

Weitere Programmpunkte zum Jubiläum sind in Planung. (mz)


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