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12 Monate - 12 Geschichten: Polizeidirektion Ost nimmt Notrufe der Nachbarkreise an

Uhr | Aktualisiert 25.01.2013 22:34 Uhr
PD-Dezernatsleiter Wolfgang Berger: «Durchschnittlich erhalten wir 150 Anrufe.» (ARCHIVFOTO: MZ) 
In der Einsatzzentrale der Polizeidirektion Ost laufen seit Sommer 2012 auch die Notrufe aus den Nachbarkreisen ein. Hat sich das veränderte Management gelohnt? Wolfgang Berger, Dezernat Einsatz bei der Polizeidirektion Ost, zieht ein erstes Resümee.
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dessau-rosslau/MZ. 

Im Juli 2012 war es das Pilotprojekt der Polizei in Sachsen-Anhalt: In der Polizeidirektion (PD) Ost ging die Notrufzentrale als erste im Lande in Betrieb. Seitdem gehen alle Notrufe aus dem Verbreitungsgebiet (Wittenberg, Anhalt-Bitterfeld und Dessau-Roßlau) in der Kühnauer Straße zentral ein.

Die Pilotphase ist inzwischen beendet. Die Polizeidirektion Nord nahm ihre neue Einsatzzentrale zum Ende des Jahres in Betrieb, die der PD Süd geht im März ans Netz. Hat sich das veränderte Management gelohnt? Wolfgang Berger, Dezernat Einsatz bei der Polizeidirektion Ost, zieht ein erstes Resümee. Mit ihm sprach MZ-Redakteurin Annette Gens.

Gibt es einen messbaren Effekt, seitdem sämtliche Notrufe aus Dessau-Roßlau, Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld nicht mehr zu den jeweiligen Revieren, sondern zentral zur Polizeidirektion geleitet werden?

Berger: In jedem Fall. Die Reaktionszeiten liegen inzwischen bei etwa 17 Minuten. Mit dem neuen Management sind wir in der Lage, Kräfte effizienter einzusetzen. Seitdem in der Polizeidirektion Nord die Notrufe zentral eingehen, können wir auch mit den dortigen Kräften optimaler kooperieren. Das heißt, bei einer Einsatzlage wird die Funkwagenbesatzung auf die Strecke geschickt, die den Einsatzort am schnellsten erreichen kann. Das heißt beispielsweise, dass eine Funkwagenbesatzung aus Dessau auch mal im Kreis Anhalt-Bitterfeld oder Wittenberg eingesetzt wird oder umgekehrt. Darüber hinaus kann eine Funkwagenbesatzung aus unserem Direktionsbereich Ost auch im angrenzenden Direktionsbereich zum Einsatz kommen. Wir können künftig schneller sowohl revier- als auch behördenübergreifend arbeiten.

Wie läuft ein Notfall ab?

Berger: Wir haben auf unseren Monitoren einen genauen Überblick über sämtliche verfügbaren Funkwagenbesatzungen und wissen, mit welchem Auftrag sie unterwegs sind. Ablesbar ist dies auf unseren Rechnern, die uns darüber hinaus schnell mitteilen, wo sich genau der Ort befindet, an dem eine Person Hilfe benötigt. Durch diese umfassenden Informationen sind wir in der Lage, schneller als bisher Hilfe zu leisten.

Wie schnell kommen die einzelnen Reviere zu den Informationen, die jetzt zentral in den Direktionen auflaufen?

Berger: Alle Reviere verfügen über eine abgespeckte Variante der neuen Technik. Das heißt, jederzeit sind sie auf dem Wissensstand des Lage- und Führungszentrums.

Was hat der Bürger von einem zentralen Notrufmanagement der Polizei?

Berger: Darauf zielt das Notrufmanagement nicht in erster Linie ab. Vor allem geht es um effiziente Arbeit, die durch die neue Technik und die Veränderung der Struktur ermöglicht wird. Aber ganz sicher wird dies auch denjenigen zu Gute kommen, die Hilfe benötigen. In realen Notlagen können wir schnell den Einsatzort erreichen und Hilfe leisten. Ganz nebenbei ergibt sich ein weiterer Effekt. Sollte mal wirklich die Technik in einem der drei Lage- und Führungszentren des Landes ausfallen, so sind die verbleibenden Einsatzzentralen jederzeit in der Lage, deren Arbeit mit zu übernehmen. Davon merkt der Bürger nichts.

Wie viele Notrufe pro Tag erreichen durchschnittlich die Notrufzentrale in der Kühnauer Straße?

Berger: Durchschnittlich erhalten wir 150 Anrufe pro Tag über die "110". In Spitzenzeiten erreichen uns bis zu 230 Notrufe. Wobei in diesem Punkt differenziert werden muss. Denn nicht jeder Anrufer, der die "110" wählt, befindet sich in einer Notlage.

An welchen Wochentagen ist das neue Lagezentrum besonders gefordert und aus welchen Gründen?

Berger: Montags und samstags ist die Polizei zwischen 14 und 22 Uhr besonders gefordert. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Montags beispielsweise werden viele Einbrüche gemeldet, die sich meist an den Wochenenden ereignet haben und montags entdeckt und gemeldet werden. Samstags hängt die erhöhte Nachfrage nicht selten mit Veranstaltungen zusammen, die momentan stattfinden. Aber ganz genau klassifizieren lässt sich das nicht. In jedem Fall haben wir unseren Arbeitskräftebedarf auf die Arbeitsspitzen abgestimmt.

Welche neuen Möglichkeiten bietet das System in der Zukunft?

Berger: Ab April verfügen sämtliche Funkwagen über GPS. Das erleichtert unsere Arbeit noch einmal wesentlich, weil die Funkwagenbesatzungen dann nicht mehr ihren Standort melden müssen und wir auf den Bildschirmen genau verfolgen können, wann sie einen Einsatzort erreichen. Das kommt uns zum Beispiel bei einem Ringalarm zugute. Mit digitaler Unterstützung unserer Arbeit können darüber hinaus auch Schwerlasttransporte besser optimiert werden. Alles in allem ist das neue Notfallmanagement für die Polizei ein echter Gewinn.

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