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Uniklinik: Informationen zu chronischen Darmerkrankungen

Uhr | Aktualisiert 01.11.2012 18:52 Uhr
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Zelltherapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen - mit diesem Thema befassen sich derzeit Mediziner des Universitätsklinikums Halle.
Halle (Saale)/MZ/JKL. 

Die Uniklinik und Poliklinik für Innere Medizin I arbeitet in einer weltweiten Studie mit, bei der adulte Stammzellen in der Therapie von Colitis Ulcerosa eingesetzt werden. Colitis Ulcerosa gehört zu den seltenen Krankheiten, in Sachsen-Anhalt gibt es geschätzt 500 Patienten, erklärt Jens Walldorf, Oberarzt an der Uniklinik und Poliklinik für Innere Medizin I.

Schwächung des Immunsystems

Die Erkrankung geht unter anderem mit Durchfall, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust einher. Bei rund der Hälfte der Patienten wirkt eine milde, gut verträgliche Therapie, erklärt Walldorf. Die übrigen Patienten jedoch müssen mit Immunsupressiva behandelt werden, um die Entzündung im Darm einzudämmen. Zu den Nebenwirkungen gehört unter anderem ein geschwächtes Immunsystem.

Große Hoffnung setzen Mediziner deshalb auf die Therapie mit sogenannten mesenchymalen Stammzellen. Aus Knochenmark gewonnene Zellen werden dazu in Kulturen vermehrt. "Sie wirken, indem sie sich an entzündeten Stellen einnisten, die Entzündungsreaktion hemmen und damit die Zerstörung des Darms eindämmen", sagt Walldorf. Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht genau verstanden. Aber auch bei anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel angeborener Diabetes, Multipler Sklerose und zur Vermeidung von Narbenbildung nach einem Herzinfarkt wurden positive Effekte beobachtet. Die Wirkung bei Colitis Ulcerosa soll nun die Studie überprüfen. Dabei sei aber die Patientengruppe, die teilnehmen kann, sehr eng eingegrenzt, abhängig vom Krankheitsstadium und der Vorbehandlung, erklärt Walldorf.

Patientenseminar im Klinikum

Über Zelltherapien bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wird das Uniklinikum in Kooperation mit der Deutschen Morbus Crohn / Colitis Ulcerosa Vereinigung bei einem Arzt-Patienten-Seminar am 24. November informieren. Weitere Themen sind dabei Informationsquellen für Patienten im Internet und die Rolle der Vererbung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

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