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Halle und Magdeburg: Universitätskliniken suchen Investoren

Uhr | Aktualisiert 11.12.2012 19:55 Uhr

Uniklinikum in Halle (ARCHIVFOTO: DPA)

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Die Hochschulmedizin in Sachsen-Anhalt soll reorganisiert werden. Grund für die Reform sind Defizite und ein hoher Investitionsbedarf.
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Magdeburg/MZ. 

Die Universitätskliniken Halle und Magdeburg sollen in den kommenden Jahren eine neue Organisationsstruktur erhalten. Die Ausbildung von Medizinstudenten werde aber an beiden Standorten erhalten bleiben. Das sagte Wissenschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU) in Magdeburg.

"Angesichts des Ärztemangels und des demografischen Wandels ist politisch nichts anderes möglich, als die Ärzte-Ausbildung an beiden Standorten beizubehalten", sagte die Ministerin. Dass die Medizinerausbildung eine primär öffentliche Aufgabe sei, heiße aber nicht, dass sie ausschließlich öffentlich finanziert werden müsse.

Grund für die geplante Neuaufstellung der Klinika in Sachsen-Anhalt sind Defizite und ein Investitionsbedarf in Millionenhöhe. "Im Jahr 2012 werden die Universitätsklinika in Halle und Magdeburg voraussichtlich keine schwarzen Zahlen schreiben", sagte Wolff. Welche Form der Organisationsstruktur die Uniklinika erhalten sollen, sei derzeit noch offen, sagte Wolff. Möglich seien zum Beispiel die Gründung von GmbHs, gemeinnützigen GmbHs oder AGs.

"Wir müssen auch nicht für beide Uniklinika die gleiche Organisationsstruktur wählen", sagte Wolff. Im Falle privater Beteiligungen werde das Land aber mindestens eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent behalten. "Das Land muss weiterhin steuern können und die Kontrolle über die Uniklinika behalten", stellte Wolff klar. Defizite und Investitionsstau sind kein landesspezifisches Problem, sie betreffen - mehr oder weniger - alle 32 Universitätsklinika in Deutschland. Nach Angaben des Verbands der Universitätsklinika Deutschland erfüllen die Einrichtungen Aufgaben, die durch Fallpauschalen nicht ausreichend finanziert werden können. Beispiele dafür sind die Behandlung seltener Krankheiten, der Betrieb großer Notfallambulanzen und das Vorhalten teurer Diagnosegeräte.

Eine bundesweite Initiative, die zur Ausfinanzierung der Uniklinika deshalb von den Krankenkassen eine Milliarde Euro fordert, wird auch vom Wissenschaftsministerium Sachsen-Anhalt unterstützt. "Eine Milliarde Euro entsprechen rund 0,3 Prozent des Gesundheitsfonds. Für das gesamte System wäre dies keine große Belastung, aber den Uniklinika bundesweit würden die Mittel helfen, den Investitionsstau zu begrenzen", so Wolff.

Die Änderung der Organisationsstruktur der Uniklinika in Sachsen-Anhalt bedarf einer Änderrung des Hochschulmedizingesetzes. Diese Novellierung soll voraussichtlich 2013 in den Landtag eingebracht werden.

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