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Deutschlandstipendium: Noch zu wenig private Förderer

Uhr | Aktualisiert 22.11.2012 18:59 Uhr
In der Uni-Bibliothek findet man eher selten Geld. Deshalb sind Stipendien eine wichtige Möglichkeit der Studienfinanzierung. (FOTO: ARCHIV/DPA) 
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Deutschlands größtes Stipendium oder doch nur eine halbe Sache? - Die Bilanz des Deutschlandstipendiums, die das Bundesbildungsministerium diese Woche in Berlin vorstellte, ist noch keine Erfolgsstory.
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Berlin/MZ. 

Zwar stieg die Zahl der vergebenen Stipendien im zweiten Jahr ihrer Existenz von 5 375 auf jetzt 10 977. Das kurzfristige Ziel aber, wenigstens ein Prozent der Studierenden in den Genuss eines Deutschlandstipendiums kommen zu lassen, ist gerade einmal zur Hälfte erreicht. Mittelfristig sollte das Deutschlandstipendium gar an acht Prozent der Studierenden in Deutschland vergeben werden. 16 Millionen Euro aus dem Budget, das Bundesbildungsministerin Annette Schavan für ihr Prestigeprojekt zur Verfügung hatte, konnten 2012 nicht vergeben werden. Sie müssen nun auf andere Töpfe verteilt werden.

Der Grund für die Zurückhaltung ist die Konstruktion des Stipendiums. 300 Euro gibt es, einkommensunabhängig, pro Student und Monat für besonders Begabte und Förderungswürdige. 150 Euro müssen die Hochschulen für dieses Stipendium bei privaten Sponsoren selbst einwerben, die andere Hälfte gibt der Bund dazu. Im Vergleich der Bundesländer liegt inzwischen Nordrhein-Westfalen an der Spitze der Mittel-Beschaffer, Schlusslicht ist - ausgerechnet - das begüterte Hamburg.

In Sachsen-Anhalt meldete bisher nur die Hochschule Harz, die Förderquote des Deutschlandstipendiums zu 100 Prozent auszuschöpfen. Sie vergab im Oktober 33 Deutschlandstipendien. An anderen Hochschulen Sachsen-Anhalts steigt immerhin die Zahl der privaten Förderer. An der Hochschule Merseburg etwa erhielten im Wintersemester 24 Studenten Deutschlandstipendien, zum Sommersemester waren es noch zwölf. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg konnte zum Wintersemester 52 neue Deutschlandstipendien vergeben. Mit den 19 bereits laufenden Stipendien aus dem vergangenen Sommersemester erhöhte sich die Zahl damit auf 71.