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Volleyball-Landesoberliga: SV Motor Zeitz verliert mit 0:3 gegen SSV Gardelegen

Motors Dirk Busch (links)

Motors Dirk Busch (links) scheitert am starken Block der Gäste.

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H. Krimmer

Zeitz -

Beneiden kann man die Landesoberliga-Volleyballer von Motor Zeitz gerade wirklich nicht. Der Verein steht mit einem halben Bein vor dem Abstieg, hat in dieser Saison nur ein einziges Pflichtspiel gewinnen können und auch am Wochenende waren die Elsterstädter gegen den ungeschlagenen Tabellenführer SSV Gardelegen chancenlos. Damit musste man zwar bereits im Vorfeld der Begegnung rechnen und die 0:3-Niederlage fiel am Ende tatsächlich aus wie erwartet. Trotzdem herrschte nach der Partie eine Menge Frust bei den Hausherren, allen voran bei Spielertrainer Bork Immisch, der an diesem Samstagabend wieder von Katrin Landmann unterstützt wurde. „Mich hat die Vorstellung heute richtig genervt. Dass wir nicht gewinnen werden, war klar, aber dass man sich so ergibt und so uninspiriert vor eigenem Publikum auftritt“, übte Immisch harsche Kritik an seiner Mannschaft.

Ihm habe an diesem Tag der Kampfgeist und das Feuer gefehlt. „Keiner geht mal richtig zum Ball, lässt sich mal hinfallen, um den Ball zu bekommen“, zeigte sich Bork Immisch sichtlich enttäuscht über die Leistung der Zeitzer. Ohne Mühe fuhren die Gäste aus Gardelegen einen souveränen Sieg ein, ohne dabei wirklich zu glänzen. Doch gegen die verunsicherte Zeitzer Mannschaft reichte das. „In solchen Situationen passt man sich dem Niveau des Gegners an“, sagte Immisch.

Zu ängstlich

Er und seine Teamkollegen fanden nur selten in einen Offensivrhythmus und statt herausgespielten Angriffen versuchten es die Gastgeber oft mit kurzen, einfachen Legerbällen, die den SSV Gardelegen jedoch nur selten aus dem Konzept brachten. „Das war kein taktisches Mittel, sondern pure Angst. Wir haben die Bälle fast nur gelegt, das war nervig und schade“, fand Immisch. Zwar sei der Block der Gäste sehr stark, doch auch im Team der Zeitzer gäbe es gute Athleten wie Marcel Friedrich, die jedoch blass blieben und mitunter zu ängstlich agierten. „Dabei kann man auch mit kleineren Spielern gegen einen großen Block mit Mut und Cleverness etwas ausrichten. Das setzt aber ein gewisses Selbstvertrauen voraus und das haben wir gerade nicht“, so Immisch.

Selbstvertrauen ist im Übrigen das Stichwort, denn das wollte man sich mit einer guten Leistung gegen Gardelegen für die kommenden Aufgaben holen. Nun gibt es vor allem Gesprächsbedarf. Bereits nach der Begegnung saßen die Motor-Akteure zusammen und redeten Klartext. „Es ist normal, dass man darüber mal reden muss, wenn man jede Woche den Arsch voll kriegt. Das reinigt auch“, meinte Immisch, der mit seinen Teamkollegen in den kommenden zwei Wochen erstmal durchatmen kann. Das folgende Wochenende wird das letzte spielfreie in dieser Saison sein.

In zwei Wochen findet dann gleich das Rückspiel in Gardelegen statt, bevor die Wochen der Wahrheit für die Elsterstädter anstehen. Erst steigt am 21. Februar das Derby gegen Abstiegskonkurrent Rot-Weiß Weißenfels und dann folgen zwei Duell gegen den VC Bitterfeld-Wolfen II, das einzige Team gegen das Motor Zeitz in dieser Saison noch nicht angetreten ist. (mz)