Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt

Volleyball-Landesoberliga: Motor Zeitz steigt ab

Wieder musste Motor Zeitz eine Niederlage wegstecken.

Wieder musste Motor Zeitz eine Niederlage wegstecken.

Foto:

Carlo Böttger

Zeitz -

Nach dem zweiten Satz war Thomas Thierfelder noch guter Hoffnung: „Vielleicht ist ein 1:1 besser als eine 2:0-Führung“, meinte der Volleyball-Abteilungsleiter von Motor Zeitz. Schließlich führten die Elsterstädter im Hinspiel bei Oberliga-Konkurrent Rot-Weiß Weißenfels mit 2:0 und verloren am Ende noch im Tie-Break. So weit sollte es beim Rückspiel an diesem Sonnabend in der Berufsschule Zeitz aber nicht kommen, denn die Gäste aus der Saalestadt entschieden die Begegnung bereits im vierten Satz und gingen am Ende verdient mit 3:1 als Sieger vom Parkett. Bis auf Satz eins, den Zeitz 25:21 gewinnen konnte, zeigten die Neustädter eine solide Leistung, gerade beim Block. „Ab dem zweiten Satz war es okay, zuvor haben wir sehr unkonzentriert gespielt und viele Eigenfehler produziert. Das wollten wir im Vorfeld vermeiden“, erklärte der Weißenfelser Spielertrainer Chris Beyer im Anschluss der Partie.

Sein Team wirkte im ersten Abschnitt wahrlich verunsichert und nicht ganz bei der Sache. „Wir hatten quasi in jedem Bereich Probleme“, so Beyer. Anders das Tabellenschlusslicht aus Zeitz. Früh merkte Motor, dass Rot-Weiß fehleranfällig ist: „Weißenfels hat hier auch für uns gespielt und war beim Aufschlag anfällig. Das hat es für uns leicht gemacht“, sagte Bork Immisch, Spielertrainer der Zeitzer. Er und seine Schützlinge präsentierten sich stark verbessert im Vergleich zu den letzten Auftritten, wo das Team bei Misserfolgen schnell die Köpfe hängen ließ und am Ende hohe Niederlagen einstecken musste. Auch wenn die Elsterstädter in den drei Folgesätze (20:25/17:25/17:25) nicht an die Performance von Durchgang eins anknüpfen konnten, die Einstellung stimmte.

Woran haperte es aber dann? „Rot-Weiß hat seine Annahme stabilisieren können, wir dagegen haben beim Aufschlag nachgelassen und uns viele eklatante Fehler geleistet. In solchen Situationen musst du als Team dagegenhalten und das haben wir nicht geschafft“, analysierte Immisch. Wobei nicht der Wille den Ausschlag gab, sondern die Qualität und die Kraft. „Wir haben versucht, noch mal eine Schippe draufzulegen, aber es ging nicht und das zieht sich schon durch die ganze Saison. Wir wollen unbedingt und versuchen es, aber der nötige Schub kommt nicht mehr und am Ende ist die Flasche leer“, sagte Bork Immisch, der selber unter der Woche mit einer Erkältung zu kämpfen und so Konditionsprobleme hatte.

Anders die Gäste, die nicht nur viel mehr Alternativen auf der Reservebank hatten, sondern im Laufe der Begegnung stärker wurden und mit ihrer Größe und Athletik die Sätze drei und vier kontrollierten und souverän über die Bühne brachten. „Wir wussten, dass, wenn wir die Fehler abstellen, wir besser aussehen und das haben die weiteren Sätze dann auch gezeigt“, meinte Chris Beyer. Auch hätte sich sein Team erstmal an die Halle gewöhnen müssen. „Das sind am Ende viel mehr Kleinigkeiten, woran es hapert“, so Beyer, dessen Mannschaft am Ende des Spiels einen kleinen Siegestanz aufführte, denn schließlich konnten die Devils durch den Sieg den Klassenerhalt feiern. In der Tabelle sind die Rot-Weißen nun Fünfter. „Damit sind wir, denke ich, gut bedient, auch wenn wir ein paar enge Spiele unglücklich verloren haben“, sagte der Spielertrainer.

Sein Team kann nun entspannt die letzten beiden Ligaspiele bestreiten, verschenken wolle man aber nichts. Gegen den kommenden Gegner Burg hat man nach der 0:3-Pleite im Hinspiel noch eine Rechnung offen. Und nächste Woche steht in Magdeburg auch noch der Landespokal an. „Jetzt werden aber auch Spieler Einsatzzeiten bekommen, die sonst nicht so oft zum Zug kommen“, versprach Beyer. Gefeiert werden soll dann nach der Saison. „Heute gucken wir, was spontan noch geht“, meinte der Coach nach Spielende.

Grund zum Feiern gab es auf Zeitzer Seite sicher nicht, denn der Oberliga-Abstieg ist nun auch rechnerisch nicht mehr abzuwenden. Angesichts des großen Rückstandes und nur einem Saisonsieg verschwendete man bei den Elsterstädtern aber eh keinen Gedanken mehr an den Ligaverbleib. „Wir würden unheimlich gerne noch mal ein Erfolgserlebnis haben, am liebsten bei unserem letzten Heimspiel gegen Bitterfeld“, so Bork Immisch, dessen Mannschaft trotz der Niederlage Spaß hatte an diesem Tag: „Die Halle war voll und die Stimmung war auch da. Das war cool“, fand Immisch. Insgesamt waren 106 Zuschauer anwesend, darunter auch viele Weißenfelser, die ihr Team lautstark mit Trommeln unterstützten. (mz)


Es gibt neue Nachrichten!

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?