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Tennis in Weißenfels: Gegen drohende Vergreisung

Jugendmannschaft

Die neue Jugendmannschaft des TC Weißenfels: Yannick Ganther, Viktoria Herbst, Nils Voitel, Oliver Berlin (v.l.n.r.), die heute in Naumburg antritt.

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Peter Lisker

Weissenfels/MZ -

Sie müssen lange überlegen und weit zurückblicken. Doch wann zum letzten Mal eine Jugendmannschaft des Tennisclubs (TC) Weißenfels im Ligaspielbetrieb teilgenommen, können die Vereinsmitglieder letztlich nicht genau klären. „Es ist seit Jahrzehnten das erste Nachwuchsteam, welches wir in dieser Saison gemeldet haben“, sagt Thomas Berlin. Heute um 9 Uhr hat die U 12 ihre Premiere. Beim Naumburger TC muss das Quartett Oliver Berlin, Yannick Ganter, Nils Voitel (alle 12 Jahre) und Victoria Herbst (11) zum ersten Duell der Jugendbereichsliga Gruppe Süd antreten. Und die Vier wollen auch sofort gewinnen.

Betreuer Thomas Berlin betont allerdings: „Wir üben keinen Druck aus. Sie sollen Spaß am Tennisspielen haben und der Grundstein für einen Neuanfang im Nachwuchsbereich sein.“ Denn bis es zur Teilnahme überhaupt erst kam, dauerte es rund drei Jahre. „So lange hat vor allem unser Trainer Joachim Weber die Kinder aufgebaut“, erzählt Berlin, der kurz vor Beginn der Meisterschaftsrunde die Absage eines Mädchens hinnehmen musste. Im Frühjahr und Sommer bis zum Herbstbeginn wird auf den vereinseigenen Plätzen am Stadion in der Beuditzstraße trainiert. „Im Winter gehen wir in die Halle der Bundeswehrkaserne“, so Berlin.

Familienduell zum Tag der offenen Tür

Die Förderung von jungen Spielern ist immens wichtig. Der Verein sei drauf und dran „zu vergreisen“, wie es Berlin ausdrückt. Der 39-Jährige kann selbst derzeit in keiner Liga spielen, da der Club nur zwei Mannschaften in der Altersklasse ab 40 Jahre in der Bereichsliga zusammenbekommt sowie ein Seniorenteam ab 60 Jahren in der Landesliga stellt. „Uns fehlen die Frauen und Männer zwischen 20 und 30“, bedauert er.

Am vergangenen Wochenende zeigten die Kleinen beim Tag der offenen Tür des TC Weißenfels ihr Können. Unter anderem kam es zu einem Freundschaftsspiel gegen Sportler des UHC Weißenfels. Genauer gesagt war es sogar ein Familienduell. Vater Thomas und Sohn Oliver Berlin traten gegen die Brüder Tim und Florian Böttcher an. 6:1 und 6:0 setzten sich die beiden „Filzball-Profis“ gegen die Floorballer durch, aber das Ergebnis war nebensächlich.

Berlin kann sich durchaus vorstellen, mit dem UHC oder anderen Vereinen eine Kooperation einzugehen. „Zumal gerade Floorball und Tennis viel gemeinsam haben, was die Bewegungsabläufe und Koordination betrifft“, findet er. Derweil versuchen die vier TC-Küken selbst, Freunde für ihren Sport zu gewinnen. So schleppte Oliver Kumpel Erik Lange (12) zum Tag der offenen Tür. „Ich hab’ noch nie vorher Tennis gespielt, aber ich überlege mir, ob ich damit nun anfange“, erzählte er begeistert.