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Floorball: UHC Sparkasse Weißenfels bleibt unerreicht

UHC Sparkasse Weißenfels

Hier grüßt der deutsche Floorballmeister 2015, der UHC Sparkasse Weißenfels. Ein Verein, der seinesgleichen sucht.

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Michael Thomé

Weissenfels -

Wenn man vom Männer-Floorball in Deutschland spricht, kommt man nie am UHC Sparkasse Weißenfels vorbei. Egal, ob es um die Bundesliga geht, den Pokal oder die deutsche Nationalmannschaft. Die darf übrigens seit dem vergangenen Jahr offiziell den Bundesadler tragen. Die Aufnahme im DOSB, dem Deutschen Olympischen Sportbund, machte es möglich. Auch das mag man auf eine gewisse Art und Weise dem Unihockey Club Weißenfels, so hieß die Sportart früher in Deutschland, ein bisschen auf die Fahnen schreiben. Denn ohne die Saalestädter wäre der deutsche Floorballsport vielleicht noch nicht da, wo er jetzt steht.

Noch nicht ganz in der Weltspitze angekommen (vor zwei Jahren gab es einen sensationellen vierten Platz bei der Weltmeisterschaft), profitiert Floorball in Deutschland vom Engagement der Weißenfelser. Unzählige Nationalspieler hat der Verein hervorgebracht, Talente aus anderen Vereinen werden beim UHC zum Spitzenspieler geformt, und die eigene Nachwuchsförderung ist vorbildlich und unerreicht. Denn über 100 Mädchen und Jungen jagen in den verschiedenen Mannschaften in allen Altersklassen dem Lochball hinterher.

Rasante Sportart

Der Macher des Vereins ist Präsident Rolf Blanke. Der Sportwissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat früh erkannt, wo die rasante Sportart („Eishockey ohne Eis“) hinführen kann. Anfang der 1990er Jahre stellte der Präsident des Weltverbandes, der Schwede Ahlqvist, im Rahmen eines Sportfestes zur Integration von Ausländern in Weißenfels die Sportart vor, und Blanke war sofort Feuer und Flamme. Zunächst als Ski- und Freizeitsportverein (SFV) Weißenfels machte sich der Verein an die Nachwuchsförderung heran und konnte wenige Jahre später schon 45 Mannschaften bei der vierten Stadtmeisterschaft begrüßen.

Ende der 90er Jahre wurde das Engagement erstmals mit dem deutschen Meistertitel, noch auf dem Kleinfeld, belohnt. Mittlerweile ist der UHC Sparkasse Weißenfels bei den Männern deutscher Rekordmeister mit einem Dutzend Titeln, deutscher Rekord-Pokalsieger mit einem halben Dutzend Pötten, und die halbe Nationalmannschaft besteht aus Weißenfelsern. Auch im vergangenen Jahr gewannen die Saalestädter wieder alles bei den Männern, was es zu gewinnen gab. Sowohl die deutsche Meisterschaft, als auch der deutsche Pokalsieg konnte 2014/15 aus dem Vorjahr wiederholt werden. Umso erstaunlicher: Waren die Weißenfelser vor Jahren noch völlig unerreicht, haben andere Vereine wie vor allem die Red Devils aus Wernigerode oder auch der MFBC Leipzig mittlerweile personell mit Aushilfskräften aus Finnland oder Tschechien aufgeholt.

Sehr beliebt in Schweden oder Finnland

Das macht der UHC Weißenfels auch. Um von den schwedischen oder finnischen Stars, denn dort ist die Sportart extrem beliebt und findet in großen vollen Hallen statt, zu lernen. Die Weißenfelser gehen aber auch den umgekehrten Weg, schicken ihre Leute ins Ausland, damit diese dort direkt lernen können. So war Ex-Trainer Martin Brückner ein Jahr in Schweden tätig, Jungnationalspieler Axel Kuch weilt schon das zweite Jahr in Finnland ,und Laura Neumann hat es im vergangenen Sommer ebenfalls nach Schweden gezogen. Wenn diese Spieler zurück nach Weißenfels kommen, können sie nicht nur viel erzählen, sondern mit ihren Erfahrungen die Mannschaften und den Verein weiterentwickeln. Auf Jahre wird so der UHC Sparkasse Weißenfels weiter unerreicht sein, ein Verein, der auch im Burgenlandkreis seinesgleichen sucht. (mz)